Ep.10 - Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar
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00:00:14: Ja,
00:00:14: von vorne wie von hinten.
00:00:16: In der zehnten Episode schauen wir wieder von vorne und von hinten, von rechts wie von links, von oben wie von
00:00:24: unten.
00:00:26: Red Hot Chili Up begrüßt euch zu dieser zehnte Episode!
00:00:31: Ich gebe ihr den Titel Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar und den Untertitel zwischen unendlicher Liebe und unendlichem Schmerz.
00:00:43: Volker Weidermann hat in der Zeit vom achtzehnten Juni, zwei tausend sechsundzwanzig seinen kleinen Beitrag zur Jahrhundert-Schriftstellerin Ingeborg Bachmann mit der Überschrift versehen.
00:00:55: Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar und spricht von Ingeborg Bachmanns Schreib- und Lebensüberzeugung.
00:01:04: Die zehnte Episode knüpft den gewisserweise nahtlos an die neunte an.
00:01:09: Dieser neunten Episode hatte ich ja den Titel gegeben zwischen Liebe und Schmerz.
00:01:14: Trauer ist heilsam, wenn sie auch einen lebendigen Kern
00:01:17: hat.".
00:01:19: Die nineteenhundertsechstenzwanzig in Klagenfurt geborene Ingeborg Bachmann steht in der Folge als tragisches Exempel für ein dramatisches Scheitern in einer Welt der Doppelzüngigkeit-und-Doppelmoral.
00:01:33: Volker Weidermann kommt zu der Überzeugung Sie hat diese Spaltung, diesen Riss in sich selbst erlebt.
00:01:41: Hat bewusst erlebt und benannt was die Deutsche die österreichische Gesellschaft nach dem Krieg beherrscht hat dieses Weiterleben nach den Menschheitsverbrechen.
00:01:52: also.
00:01:53: nichts geschehen wäre dieser Abspaltung der Schuld.
00:01:58: Und mehr noch gelangt man, wenn man all dies liest in der Tat zu der Überzeugung dass hier jemand zerrissen zwischen unendlicher Liebe und unendlichem Schmerz erbarmungswürdig und final scheitert.
00:02:15: Volker Weidermanns kurze Anmerkungen beginnen mit der Frage Wo ist all die Gewalt geblieben, nach der totalen Niederlage der Befreiung dem Jahr nineteenhundertfünfundvierzig?
00:02:27: Wo ist das hin?
00:02:28: diese Lust der Menschen zu foltern, zu töten, zu vergasen.
00:02:33: Die Lust Menschen auszusondern, die anders sind, anders sein sollen sie in Fiebergongs einzufärschen und in den Tod schicken?
00:02:43: Diese Fragen, so folgerweider man hätten Ingeborg Bachmann ein Leben lang angetrieben.
00:02:50: und die Furcht vor der Antwort darauf.
00:02:52: Denn sie wusste ja dass diese Mordlust der Menschen nicht einfach verschwunden ist.
00:02:59: Die Anknüpfung an die voraus gegangenen neunte Episode bezieht sich auf eine überaus interessante These Friedrich Nietzsche.
00:03:08: In seiner überaus lebendigen und bildhaften Sprache weist er in seiner kleinen Schrift vom Nutzen- und Nachteil der Historie für das Leben darauf hin, dass es gelte eine überlebenstaugliche Balance zu finden zwischen der unruhigen Schlaflosigkeit und dem Wiederkäuen von Ereignissen.
00:03:30: von erlebtem auf der einen Seite und einem Grad des heilsamen Vergessens, auf der anderen Seite damit das Vergangene nicht zum toten Gräber des Gegenwärtigen werden soll.
00:03:44: Dazu müsse man aber zumindest wissen wie groß die plastische Kraft eines Menschen, eines Volkes seiner Kultur sei jene Kraft aus sich heraus eigenartig zu wachsen vergangenes und fremdes umzubilden und einzuverleiben Wunden auszuheilen, Verlorenes zu ersetzen, zerbrochene Formen aus sich
00:04:07: nachzuformen.
00:04:09: Ich muss zugeben dass ich über alle Maßen staune wie präzise Friedrich Nietzsche hier etwas benennt was sich im gegenwärtigen öffentlichen Diskurs unserer Gesellschaft als Gretchenfrage erweist.
00:04:23: Ja Wie hast du's mit der Religion?
00:04:27: wandelt sich zu der Frage, wie hältst du's mit der Erinnerungskultur?
00:04:32: Der Filmemacher Stefan Lambi hat in Sachsen-Anhalt wo es mit Ulrich Siegmund erstmals einen aussichtsreichen Kandidaten der AfD für das Amt des Ministerpräsidenten gibt deren Parteitag besucht.
00:04:48: Ich zitiere ihn im Entwurf des Regierungsprogramms stand noch Es müsse Schluss sein mit der Perpetuierung einer Neurose.
00:04:59: Einem Delegierten gefielen die Fremdwörter nicht, am Ende hieß es man sei gegen die Verewigung eines Schuldkomplexes.
00:05:09: Stefan Lambi stellt im Übrigen die Frage ob man denn in einem solchen Land leben wolle ohne funktionierende Krankenhäuser und Pflegedienste ohne Erinnerungen an die NS verbrechen.
00:05:23: Die Pseudointellektuellen der AfD scheuen sich gewiss nicht, Friedrich Nietzsche zu ihrem Kronzeugen zu machen.
00:05:32: Insofern sie unverhohlen und ideologisch motiviert nur den Halden Nietzche hören wollen!
00:05:39: indem sie gebetsmühlenartig vortragen, dass das Vergangene nicht zum Totengräber des Gegenwärtigen werden dürfe.
00:05:47: Weg mit dem Schuldkomplex!
00:05:49: Weg so der Westentaschenführer Björn Höcke mit dem Denkmal der Schande im Herzen
00:05:55: Berlins!".
00:05:57: Friedrich Nietzsche ihn gegen betont – Zitat «je stärkere Wurzeln die innerste Natur eines Menschen hat Umso mehr wird er auch von der Vergangenheit sich aneignen oder anzwingen.
00:06:12: Alles Vergangene, Eigenes und Främdestes würde sie an sich heran in sich hineinziehen und gleichsam zu Blüte
00:06:22: umschaffen.".
00:06:23: Klar wir formulieren dies heute mit weit weniger Patas und sehr viel Nüchternah.
00:06:30: Über eine von Generation zu Generation immer wieder zur erbringenden Asimilations- und Integrationsleistung müssen wir die Balance finden, die gleichermaßen lebendige Erinnerungen wie heilsames Vergessen ermöglicht.
00:06:47: Tragisch erscheint es wenn genau dies nicht gelingt denn es gäbe so Nietzsche Menschen, die diese Kraft so wenig besitzen dass sie an einem einzigen Erlebnis.
00:06:59: An einen einzigen Schmerz oft zumal an einem Einzigen zarten Unrecht wie an einem ganz kleinen blutigen Risse unheilbar verbluten.
00:07:13: Die Huldigungen in der zitierten Zeitausgabe Ingeborg Bachmann gegenüber zeigen Sie Jene als Jahrhundert Schriftstellerin in den Olymp aufgestiegene, nineteenhundertdreien-siebzig im Alter von siebenundvierzig Jahren ihren schweren Verbrennungen erlegene gleichermaßen faszinierende wie irritierende Frau.
00:07:36: Als einen dieser Bluter die nicht teilwerden, die nicht genesen
00:07:41: können.".
00:07:43: In Ingerburg Bachmann's Leben türmt sich Die Mitgift zu einem niezu bewältigen Gebirgeauf vom geliebten Tätervater über toxische Männer bis hin zu einer unerträglich empfundenen Last der Schuld.
00:08:02: Ingeborg Bachmann sagt selbst dazu, seit ich begreifen musste dass nineteenhundertvierzig kein Datum war was wir so gerne glauben möchte um uns beruhigt schlafen zu legen.
00:08:16: Volker Weidermann merkt an, dass dieses begreifen und die stetige Furcht davor der Antrieb für Erschreiben gewesen seien.
00:08:24: Und die von Weiderman beobachtete Doppelgesichtigkeit hat Ingeborg Bachmann offenkundig zutiefst geprägt und zerrissen.
00:08:35: Zitat Der geliebte streng liebevolle Vater war ein überzeugter Nationalduzialist gewesen.
00:08:43: sie hat diese Spaltung Diesen Riss in sich selbst erlebt, hat bewusst erlebt und benannt was die Deutsche, die österreichische Gesellschaft nach dem Krieg beherrscht hat.
00:08:54: Dieses Weiterleben nach den Menschheitsverbrechen als wenn nichts geschehen wäre diese Abspaltung der Schuld.
00:09:03: Anmerkung der Begriff und die Etikettierung toxischer Männer steht unter Vorbehalt.
00:09:10: Ingeborg Bachmann hat, wenn auch verdeckt in ihrem einzigen Roman Malina die Liebesbeziehung zu Paul Celan als singulär beschrieben.
00:09:20: Zitat er war mein Leben ich habe ihn mehr geliebt als mein Leben und Jolinda Hüstker schildert die damit verbundene Tragik in der zitierten Zeitausgabe durch folgende kurze Anmerkung Zitat, dass die beiden trotzdem nie lange zueinander finden liest Andrea Stoll eine ihrer Biografinnen heute auch als ein Ringen mit der Unmöglichkeit nach Nr.
00:09:51: neunundfünfundvierzig als Opfersohn und Tätertochter
00:09:57: zusammenzuleben.".
00:09:59: Insofern geht man gewiss nicht zu weit wenn man Ingeborg Bachmann jene Bluteraffinität zuschreibt die Friedrich Nietzsche schon vor mehr als hundertfünfzig Jahren als tragische Verstrickung aufgedeckt hat, als Verstrückung von Unschuldigen in die transgenerationale Schuld von Eltern, Großeltern und Gesellschaft.
00:10:23: Ich frage nun noch einmal mit Stefan Lambi.
00:10:26: Wollen wir in einem Land leben, indem Höcke und seine Gensinnungsgenossinnen den Ton angeben?
00:10:33: Wer das in irgendeiner Weise in Erwägung zieht dem sei der nun folgende Song anempfohlen Mit dem Red Hot Chili-Up deutlich macht dass keine Stimme für die AfD die einzige Alternative darstellt zu einer moralisch doppelzüngigen und historisch zutiefsten ungebildeten Michpoke um Höcke, Krar, Weidel von Storch und wie die Hirnverbrannten Ideologinnen auch alle heißen mögen.
00:10:59: Die nur die eine Seite Nietzsche in ihren Schrumpfernen zulassen
00:11:05: wollen.".
00:11:06: Und zum Henker, es geht in der Tat nicht um unsere Schuld.
00:11:11: Um die Schuld der Kriegskinder und Nachkriegskinder und der Kindeskinder.
00:11:16: aber wir haben doch die Gott verdammte Verpflichtung zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem was wir zurecht die Menschheitskatastrophe schlecht hin nennen.
00:11:27: Die Barberei des Nationalsozialismus, die Menschen nicht nur kategorial zu Ungleichen gemacht hat sondern die ungleichende industriellen Massenvernichtung zugeführt hat muss menschheitsbegleitend in unserer Erinnerung gegenwärtig bleiben.
00:11:45: Allein schon um das nie wiederwillens.
00:11:49: Wer die Alternative für die dummen wählt kommt um Arschlöcher wie Höcke und Kranicht herum.
00:11:54: Sie sitzen, wie die Maden im parlamentarischen Speck und arbeiten mit Nachdruck daran dass wir diese unsere Republik nicht mehr wiedererkennen werden.
00:12:04: sollten sie an die Hebel der Macht dieser Republik kommen.
00:12:08: An ihrer Fleischtöpfe sind sie ja schon lange geraten.
00:12:13: besinnt euch bevor der Grad zum letzten Mal kräht.
00:12:20: Hier kräht der Kra-Kra-Krab, hier krägt der Kra.
00:12:27: KRA-KRA-KA!
00:12:30: Krät unverdrossen die Krehe.
00:12:35: Ich bin frech und schwarz.
00:12:40: ich ernte ohne dass sich
00:12:42: seh'e kra-kra-kra.
00:12:45: hier krät
00:12:46: der Krau Bin mehr braun als schwarz Und ernt es sich.
00:12:56: Sie krasiert sich als Karl den Schmidt und faselt schon vom Großraum.
00:13:05: Vom Freund zum Feind ist nur ein Schritt.
00:13:08: der wahren Sovereinität gilt Maxens Traum!
00:13:13: Und bin jetzt braun, hier kräht er krauen Das Kling.
00:13:21: Tat sieht höher den Zaun.
00:13:24: Du willst ernten was du sehst im dummen Land Selbst da wohl kaum.
00:13:29: wenn sie doch sehen
00:13:30: Was du sehst träumen
00:13:31: weiter nur von Loma La.
00:13:58: Und über die Lacht und amüsiert sich der Kader.
00:14:01: Der krallacht sich in den Ast, ließ Dremsmaß verdickt vom Nichtbescheid Wissen der Mehrheit!
00:14:12: Die dümmsten Kälber wählen ihren Schlechter selber.
00:14:42: Maximilian Graf vom Rettot Chiliob.
00:14:51: Für die ganz und gar hartgesottenen hat Red Hot Chili Yub dann noch einen besonderen Leckerbissen.
00:14:59: Zum Schluss wenden wir uns der Frage zu, wie kann das sein?
00:15:04: Fragt euch alle!
00:15:06: Wie kann es sein?
00:15:09: Euer Red Hot Chilli Yub am Rande bemerkt für jeden der erwägt Tatsächlich der AfD, der Alternative für die Dummen seine Stimme zu geben.
00:15:25: All denen wünsche ich dass sie jede Nacht mit dem folgenden Song einschlafen und morgens wach werden.
00:15:35: Euer Rattort Chili Yop.
00:18:19: Ja, den Tafel auf die Stirn hat eine Klo-Acke dort wo andere haben.
00:19:03: An verführter Kinder.
00:19:20: der Mann bis nach Stalingrad und aus Schwitz hörte ihre Lied jetzt besser über neunzig Jahren
00:20:46: Und sind
00:20:46: uns sicher dass wir wachsam und auch klüger waren.
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