Ep.16: Freund und Feind - Carl Schmitts Kategorien als Treiber politischen Handelns

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00:00:15: Schüsst euch zur sechzehnten Episode seines Podcasts.

00:00:19: von vorne wie von hinten, von oben wie von unten.

00:00:22: Von rechts wie von links!

00:00:23: In keiner der bislang veröffentlichen Episoden war ein genaueres Hinsehen und Hinhören erforderlicher und lohnender.

00:00:32: Den Zuhörern wird in der Folge einiges abverlangt aber gewiss war Aufmerksamkeit selten ertragreicher Und ein weiteres Mal muss Eva von Redeker wachten.

00:00:44: Die sechzehnte Episode ist eine Auseinandersetzung mit dem Juristen Karl Schmidt gewidmet, Ein Anlass ist der von Alexander Kamann in der Zeit vom neunundzwanzigsten April-Zweitausendsechsundzeix veröffentlichte Beitrag – er schon wieder!

00:01:01: In Washington macht der rechte Vordenker Carl Schmitt vierzig Jahre nach seinem Tod eine gefährliche Karriere Weben an einem tieferen Verständnis für die gegenwärtigen Entgleisungen in der Weltpolitik, aber auch für die zunehmende Schärfe, innenpolitische Auseinandersetzungen gelegen ist – dem wird mit den folgenden Ausführungen gedient sein.

00:01:24: Seit Jahren werbe ich in meinem Blog um eine gründlichere Aufarbeitung der Rolle Karl-Schmitz gerade im Hinblick auf das Erstarken rechtsextremer Bewegungen in den USA und Europa insbesondere auch in

00:01:37: Deutschland.".

00:01:39: Also Karl Schmidt, beginnen wir noch einmal von vorne.

00:01:44: Fangen wir nochmal ganz von vorne an.

00:01:47: mehr als neunzig Jahre nach Veröffentlichung der überschaubaren Publikation Der Begriff des politischen in erster Auflage bei Dunke und Humblot in Berlin-Ninzehundertzweiunddreißig erschienen ist diese Schrift aktueller denn je!

00:02:03: Es wird gewiss nicht um eine Rehabilitation des NS Kron-Juristen Karl Schmidt gehen.

00:02:10: Gleichwohl lohnt ein genaueres Hinsehen, als ich es mir bislang gestattet

00:02:15: habe.".

00:02:16: Dazu ist zunächst einmal festzuhalten, dass mir der Begriff des politischen in der siebten Auflage von nineteenhundertsechzig vorliegt.

00:02:26: Alle folgenden Zitate sind dieser Ausgabe entnommen Zu dieser Ausgabe hat Karl-Schmidt datiert mit März, und versieht den Neudruck mit einer Reihe von Hinweisen.

00:02:41: Er betont dabei dass das umfangreiche Material, das in der Auseinandersetzung mit seiner Schrift hinzugekommen sei, in einem bloßen Neudrück natürlich nicht berücksichtigt werden könne.

00:02:53: Einem Neudruk dessen Sinn und Zweck Zitat gerade darin besteht, einen Text der von der Unmasse der ihm gewidmeten Widerlegungen übertönt worden war wenigstens für einen Augenblick wieder zu Wort kommen zu lassen.

00:03:11: In seinem nineteenhundertsechzig formulierten Vorwort steht die Legitimationsschwangere Frage, Zitat Wie kann man das alles theoretisch erfassen wenn man Die Wirklichkeit dass es Feindschaft zwischen Menschen gibt aus dem wissenschaftlichen Bewusstsein verdrängt.

00:03:31: Eine Seite zuvor zitiert Karl Schmidt den österreichischen Historiker Otto Brunner, der in seinem bahnbrechenden Werk Land und Herrschaft eine wichtige historische Verifizierung seines Kriteriums des politischen erbracht habe.

00:03:50: Im Mittelpunkt der folgenden Ausführungen wird die von Karl Schmidt eingeführte Unterscheidung von Freund und Feind für die politische Theorie aber insbesondere auch für die.

00:04:04: Karl Schmidt reagiert also auf den Historiker Otto Brunner.

00:04:10: Zitat er, Otto Brüner schenkt der kleinen Schrift auch Beachtung wenn er sie auch nur als einen Endpunkt registriert nämlich den Endpunkt der Entwicklung einer Lehre von der Staatsreson.

00:04:23: Zugleich erhebt er den kritischen Einwand dass Sie den Feind und nicht den Freund positive Begriffsmerkmal hinstelle.

00:04:35: Karl Schmidt wehrt sich gegen diesen Einwand, in dem er meint der Vorwurf eines angeblichen Primat des Vereinsbegriffes sei allgemein verbreitet und Stereotyp.

00:04:46: Er verkenne dass jede Bewegung eines Rechtsbegriffs mit dialektischer Notwendigkeit aus der Negation hervorgehe.

00:04:55: Daraufhin erfolgt dann der Versuch zur Rettung seiner Überbetonung des Feindbegriffs, indem er wenige Sätze später darauf in sophistischer Manier

00:05:07: reagiert.".

00:05:09: Zitat.

00:05:10: Strafe und Strafrecht setzen nicht die Tat sondern eine Untat an ihren Anfang.

00:05:17: ist das vielleicht eine positive Auffassung der Untat?

00:05:21: Und ein Primat des Verbrechens?

00:05:24: Im Wikipedia-Eintrag zu Otto Brunner findet sich dazu folgender interessante Hinweis.

00:05:35: Land und Herrschaft wurde von Al-Ghazi und anderen Historikern als Hinwendung an das Konzept seines Zeitgenossen Karl Schmidt interpretiert, der das politische mit starker Betonung auf den Feindbegriff definierte.

00:05:50: Nach Bonas Verständnis war jedoch gerade auch das Freundverhältnis maßgeblich – die mittelalterliche Geschichte sei vom Primat der Friedenswahrung im Zusammenleben durch ein gemeinsames Rechtsverständnis geprägt gewesen.

00:06:06: Entscheidend sei nicht der Kampf um die Macht an sich, sondern das Ringen um das Recht, welches in seinem Wesenskern eine Ringe um den Schutz der gemeinsamen Friedensordnung

00:06:18: sei.".

00:06:20: Das Otto Brunner selbst offenkundig überzeugter Nationalsozialist und NSDAP-Mitglied mit seinem Vorbehalt ins Schwarze trifft, lässt sich überaus überzeugend darlegen.

00:06:32: Wie schon so häufig betont und nachgewiesen, gewinnt die einseitige Auflösung des Freund-feind Gegensatzes zu einer maßlosen und hypertrophen Schlüsselstellung des Feindbegriffs ihre Schärfe erst im Kontext der Verstrickung Karl Schmidt in die nationalsozialistische Ideologie.

00:06:51: Im Gegensatzzuhaut rauf Nationalsozialisten bietet Karl Schmidt eine feinsinnige Heerleitung des Freund–Feindgegensatzes von der er noch nineteenhundertzeigundsechzig glaubt, er könne sie als rein wissenschaftliche Begriffsklärung und Erläuterung verkaufen.

00:07:10: Angesichts der russischen Aggression gegen die Ukraine inzwischen seit mehr als vier Jahren angesichts der unerbittlichen Feindschaften zuletzt mit Blick auf die militärischen Attacken der USA und Israels gegen den Iran Um nur aktuelles Kriegsgeschehen zu erwähnen, ist man in der Tat versucht, Karl Schmidt zu folgen.

00:07:32: Wenn er mit Blick auf seine Freund Feindunterscheidung behauptet – Zitat Man kann Hoffnungen und erzieherische Bestrebungen teilen oder nicht, dass die Völker sich nach dem Gegensatz von Freund und Feind gruppieren.

00:08:03: Dass dieser Gegensat auch heute noch wirklich – für jedes existierende Volk als reale Möglichkeit gegeben ist – kann man vernünftigerweise nicht

00:08:14: gläugnen.".

00:08:15: Aber bereits hier ist auf sprachliche Besonderheiten zu achten, insofern Schmidt ganz offen kundig.

00:08:21: In der Wortwahl aus seiner Sicht sehr präzise ist und diese sogenannte seinsmäßige Wirklichkeit auf grundlegende Kategorien zurückführt die eben vernünftigerweise niemand leugnen könne.

00:08:37: Er erwegt hier nicht einmal ein eher nüchternes realistischerweise oder ein eher neutrales, auf empirisch validierte Weise womit man seine fundamentale Freund-feind Kategorisierung als erfahrungsgemäß einordnen könnte.

00:08:58: Nein!

00:08:59: Karl Schmidt regt an diese Kategorisierung vernünftigerweise als seinsmäßiger anzunehmen.

00:09:09: Das hat politische Konsequenzen.

00:09:12: So erscheint es folgerichtig, dass Karl Schmidt den Liberalismus und alle demokratisch verfassten politischen Systeme in einem Dilemma sieht.

00:09:21: Insofern eher der Liberalismus nämlich den Feind von der Geschäftsseite her als ein Konkurrenten von der Geist-Seite her in einen Diskussionsgegner aufzulösen versucht – das war ein Zitat!

00:09:37: Ob man es aber für verwerflich halte oder nicht so schmitt weiter und vielleicht einen atavistischen Rest barbarischer Zeiten darin finde, dass die Völker sich immer noch wirklich nach Freund und Feind gruppierten.

00:09:52: Oder hoffe – Die Unterscheidung werde eines Tages von der Erde verschwinden.

00:09:57: Und ob man es vielleicht für gut und richtig halte, aus erzieherischen Gründen zu fingieren, dass es überhaupt keine Feinde mehr gäbe.

00:10:08: All das komme hierfür ihn jedenfalls nicht in

00:10:12: Betracht.".

00:10:15: Feind ist also nicht der Konkurrent oder der Gegner im Allgemeinen.

00:10:19: Feind is auch nicht der private Gegner den man unter Antipathie-Gefühlen hasst!

00:10:25: Feind ist eine wenigstens eventuell, das heißt der realen Möglichkeit nach kämpfende Gesamtheit von Menschen die einer eben solchen Gesamtheit gegenübersteht.

00:10:39: Karl Schmidt betont mehrfach in differenzierender Absicht dass man das Wort feint ebenso wie das Wort Kampf im Sinne einer seinsmäßigen Ursprünglichkeit zu verstehen

00:10:52: habe.".

00:10:54: Es bedeutet nicht Konkurrenz, nicht den rein geistigen Kampf der Diskussion.

00:11:00: Nicht das symbolische Ringen, dass schließlich jeder Mensch irgendwie immer vollführt – weil nun einmal das ganze menschliche Leben ein Kampf und jeder Mensch ein Kämpfer ist!

00:11:11: Die Begriffe Freund, Feind & Kampf erhalten ihren realen Sinn dadurch, dass sie insbesondere auf die reale Möglichkeit der physischen Tötung wird haben und behalten.

00:11:26: Der Krieg folgt aus der Feindschaft, denn diese ist die seinsmäßige Regierung eines anderen Seins.

00:11:36: Krieg ist nur die äußerste Realisierung der Feinschaft – er braucht nichts Alltägliches, nichts Normales zu sein auch nicht als etwas Ideales oder Wünschenswertes empfunden Werd.

00:11:48: wohl aber muss er als reale Möglichkeit vorhanden bleiben, solange der Begriff des Feindes seinen Sinn hat.

00:11:57: Nachdem das erste Viertel des XXI Jahrhunderts verstrichen ist, gewinnen die Beschreibungen Karl Schmitz eine beklemmende Aktualität.

00:12:06: Mit Blick auf die Legitimation der Vorgehensweise Israels und der USA gegen den Iran erscheint es schon verblüffend wie die Verhinderung von Krieg durch Krieg im Sinne eines Präventivschlags Gestalt annimmt.

00:12:21: Karl-Schmidt schreibt, Zitat ist der Wille den Krieg zu verhindern so stark dass er den Kriegs selbst nicht mehr scheut.

00:12:31: So ist er eben ein politisches Motiv geworden das heißt er bejaht wenn auch nur als extreme Eventualität den Kriegg und sogar in Sinn des Krieges Gegenwärtig erscheint das eine besonders aussichtsreicher Art der Rechtfertigung von Kriegen zu sein.

00:12:49: Der Krieg spielt sich dann in der Form des jeweils endgültig letzten Krieges der Menschheit ab.

00:12:56: Solche Kriege sind notwendigerweise besonders intensive und unmenschliche Kriege, weil sie über das politische hinausgehend den Feind gleichzeitig in moralischen und anderen Kategorien herabsetzen und zum unmenschlichen Scheusal machen müssen, das nicht nur abgewährt sondern definitiv vernichtet werden muss.

00:13:19: Also nicht mehr nur ein in seine Grenzen zurückzuweisender Feind

00:13:25: ist.".

00:13:26: An der Möglichkeit solcher Kriege zeigt sich aber besonders deutlich dass der Krieg als reale Möglichkeit heute noch vorhanden worauf es für die Unterscheidung von Freund und Feind und für die Erkenntnis des politischen allein ankommt.

00:13:44: Soweit Karl Schmidt Die iranische Führung, die seit forty-fünf Jahren von der Vernichtung Israels spricht und träumt.

00:13:52: Die Hamas in ihrem Hass erfüllten Furor wecken den Ungleich militärisch betrachtet potenteren Vernichtungsfuror eines Gegners, der seit seiner Staatsgründungen mit dem Rücken zur Wand steht.

00:14:06: Israel droht nicht nur der Hamas, sondern unterdessen auch dem Iran mit totaler Vernichtung unterstreicht dies glaubhaft mit der physischen Eliminierung der militärischen politischen und wissenschaftlichen Eliten.

00:14:22: Anders verhält es sich gewiss mit den ideologisch durchschaubaren infantilen Vernichtungsfantasien einer zutiefst gekränkten russischen Seele.

00:14:31: statt ihre Zurechtschrumpfung auf eine regionale Mittelmacht zu akzeptieren, traktiert und kojoniert uns russische Großmannssucht mit permanenten Souveränitätsverletzenden übergriffen.

00:14:44: Und sie kann was sie tut ausschließlich weil sie nukleare Großmacht ist.

00:14:50: Es gibt für das Herrschaftsgebaren und die Machtansprüche eines autokratischen Führers Alaputin und seiner oligarchen Klicke keine Legitimation.

00:15:00: Die scheinrechtliche Machtabsicherung basiert hinsichtlich der Durchsetzung ihrer innen- und außenpolitischen Ansprüche auf einer faschistoiden Ideologie, einer konsequenten Demontage des Rechtsstaates, der Gewaltenteilung und einer gesellschaftlichen

00:15:17: Gleichhaltung.".

00:15:19: Wir unterbrechen an dieser Stelle diese graue Theorie geschuldete Erörterung.

00:15:25: Das nun folgende Lied ist Margot Friedländer, Tova Friedmann und Leon Weintraub gewidmet.

00:15:31: Es zeigt im Rückblick wie im Ausblick gleichermaßen das wir hier keine grauen Theorie verhandeln sondern leider die Historie wie der Gegenwart gleichermaßengeschuldete Realität Doch die in Puppzig kaum bleibt eher flüchtig wie ein Traum.

00:16:12: Ein Traum vom Mal prägiert, aus dem der Nazi stürzt Erscheidet wie schon immer Freund und Feind.

00:16:25: Mit Feind ist hier der Sündenbock gemeint Und das Fremde bleibt die Mauserkoren In Nazi-Deutschland Wer als Jude war geboren Nicht fassen.

00:16:53: Nach tausend Jahren Nazi-Terror Könnt ihr's immer noch nicht lassen.

00:16:59: Deutschland, Deutschland über alles Reicht euch nicht die Megascheiße.

00:17:05: Geht auf die Reise Von Buchenwald bis... und werdet dann ganz leise!

00:17:12: In deutschen Landen.

00:17:33: lasst die blau gefärbte braune Sauce nun versand'n Deutschland erwache.

00:17:38: Das heißt heute Der Staat wird niemals ihre Beute.

00:18:59: Wenn wir der Frage nachgehen, ob Karl Schmidt mit seiner Analyse nun wissenschaftlich ambitionierter neutraler Beobachter ist oder gleichermaßen politischer Akteur, sondern ihr Handlungsnotwendigkeiten abnötigt, hilft folgender Einlassung zur Freund-feind Unterscheidung.

00:19:21: Zitat jeder religiöse moralische ökonomische ethnische oder andere Gegensatz verwandelt sich in einen politischen Gegensatz, wenn er stark genug ist die Menschen nach Freund und Feind effektiv zu gruppieren.

00:19:37: Das Politische liegt nicht im Kampf selbst der wiederum seine technischen psychologischen und militärischen Gesetze hat sondern wie gesagt in einem von dieser realen Möglichkeit bestimmten Verhalten dadurch bestimmten Situationen und in der Aufgabe Freund & Feind richtig zu unterscheiden.

00:20:03: An der richtigen Unterscheidung von Freund&Feind lässt Karl Schmidt keinerlei Zweifel, weder begrifflich noch unmittelbar im praktischen

00:20:10: Hinsicht.".

00:20:12: Der politische Feind braucht nicht moralisch Böse!

00:20:15: Er braucht nicht ästhetisch hässlich zu sein – er muss nicht als wirtschaftlicher Konkurrent auftreten und es kann sogar forterhaft sein, mit ihm Geschäfte zu machen.

00:20:26: Er ist eben der andere – der Fremde!

00:20:29: Und es genügt zu seinem Wesen dass er in einem besonders intensiven Sinne existenziell etwas anderes und fremdes ist so das im extremen Fall Konflikte mit ihm möglich sind die weder durch eine im Voraus getroffene generelle Normierung noch durch den Spruch eines unbeteiligten und daher unparteichen Dritten entschieden werden können.

00:20:58: Die Konsequenzen liegen klar auf der Hand, keine unabhängige Gerichtsbarkeit kein Schiedsgericht, kein internationaler Gerichtshof, kein Völkerbund.

00:21:09: nicht die Vereinten Nationen können hier das tun von dem noch Karl-Schmitz-Partei und Gesinnungsgenosse Otto Brunner annahm dass dem Kampf um die Macht das Ringen, um das Recht entgegenzusetzen sei.

00:21:24: Immer in der Absicht ein gemeinsames Rechtsverständnis zu schaffen dessen oberstes Ziel der Schutz einer gemeinsamen Friedensordnung sei.

00:21:34: Hier ist Otto Brunner auch als Nationalsozialist weit näher bei Immanuel Kanz Vorstellungen von einer vertragsbasierten Friedensordnung als eben bei Karl Schmidt.

00:21:49: Der hingegen schottet den dann in der Herrschaft der Nazis beobachtbaren tagtäglichen staatlichen Terror gegen jede neutrale unabhängige Gerichtsbarkeit ab.

00:22:02: Zitat Die Möglichkeit richtigen Erkennens und Verstehens, damit auch die Befugnis mitzusprechen und zu urteilen ist hier nämlich nur durch das existenzielle Teil haben und teilnehmen gegeben.

00:22:18: Den extremen Konfliktfall können nur die Beteiligten selbst unter sich ausmachen.

00:22:23: Namentlich kann jeder von ihnen nur selbst entscheiden, ob das Anderssein des Fremden im konkret vorliegenden Konfliktfalle die Negation der eigenen Art Existenz bedeutet und deshalb abgewährt oder bekämpft wird um die eigene seinsmäßige Art von Leben zu bewahren.

00:22:44: Nein!

00:22:44: Der Feind braucht nicht moralisch Böse er braucht nicht ästhetisch hässlich zu sein Er muss eben nur der andere der Fremde sein und es genügt zu seinem Wesen, dass er in einem besonders intensiven Sinne existenziell etwas anderes und Fremdes ist.

00:23:02: Folgerichtig kann das natürlich auch der eigene Nachbar sein – es kann der sein, der in der Schule neben einem gesessen hat!

00:23:10: Es kann sogar der sein, der im Stellungskrieg auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges neben einem gekämpft hat.

00:23:17: Jedenfalls liegt genau dies in der Logik jemandes, der die Nürnberger Rassengesetze eine Verfassung der Freiheit genannt hat!

00:23:27: Es ist eine Fundstelle bei Christina von Braun-Tilo Heldt, Berlin-Zweitausendfünfundzwanzig-Seite-Hundertseipzig.

00:23:34: Es liegt in der Logik jemandes, der sich als Universalgenie der deutschen Jurisprudenz nicht entblödet und den Führer zum obersten Gerichtshern

00:23:45: erklärt.".

00:23:47: Er hat das getan in der kleinen Schrift «der Führerschützt das Recht».

00:23:55: In der zuletzt genannten kleinen Schrift der Führer schützt das Recht, so kann man mit Christina von Braun Schlussfolger und propagiert Karl Schmidt das Ideal einer sogenannten oralen Justiz.

00:24:08: Ich zitiere Christina von Brown.

00:24:11: Schmidt hatte es auf eine Jurisprudenz abgesehen die unmittelbar wie das gesprochene Wort und zugleich eindeutig wie die Schrift war.

00:24:19: Um dieses Ziel zu erreichen, pervertierte er den Sinn von Montesquieu's Aussage.

00:24:25: Der Richter sei nur der Mund, der das Gesetz verkündet im nationalsozialistischen Sinne.

00:24:32: Der Satz so schmitt führe direkt in die Sphäre des von organischem biologischen und völkischen Verschiedenheiten erfüllten lebendigen menschlichen

00:24:45: Seins.".

00:24:47: Sie führte ganz gewiss im Zuge einer radikalen Auslegung der Nürnberger Rassengesetze genau so nach Auschwitz wie über den Volksgerichtshof nach Plötzensee, denn für Schmidt gibt es da keinerlei Zweifel.

00:25:03: Zitat bis in die tiefsten unbewussten Regungen des Gemütes Aber auch bis in die kleinsten Gehirnfasern hinein steht der Mensch, In der Wirklichkeit dieser Volks- und Rassenzugehörigkeit.

00:25:18: Ein Artfremder mag sich noch so kritisch gebärden Und noch so scharf sind ich bemühen, mag Bücher lesen und Bücher schreiben Er denkt und versteht anders weil er anders geartet ist und bleibt in jedem entscheidenden Gedankengang.

00:25:33: in den existenziellen Bedingungen seiner Art Zitiert nach Christina von Braun, Seite hundredandseidig folgende aus Karl Schmidt, Staat Bewegung Volk veröffentlicht, neunzehnt hundertdreiunddreißig.

00:25:51: Es ist derselbe Carl Schmitt der Neunzehnhundertdreinsechzig.

00:25:54: einen Text, der von der Unmasse der ihm gewidmeten Widerlegungen übertönt worden war – das war ja seine Sichtweise.

00:26:03: also diesem Text wenigstens für einen Augenblick wieder zu Wort kommen lassen will und der gleichzeitig eine pastume Veröffentlichung seiner Tagebücher autorisiert.

00:26:18: Mit der Lektüre dieser Tagebüsche verbietet sich dann letztendlich jeder Versuch einer Ehrenrettung des universal gelehrten Karl Schmidt.

00:26:28: Wolfgang Schuller, der Herausgeber dieser Tagebücher schreibt in seinem Nachwort auf Seite fourhundertsechzig.

00:26:36: Zitat Begeisterung für Hitler etwa nach dessen Rede auf dem Leipziger Juristentag, neunzehnhundertdreiunddreißig wird zwar gelegentlich zu Ironie relativiert aber fast tragikkomisch ist die Beteuerung das und wie begeistert er alle drei Strophen des Horst Wessel, die es gesungen habe?

00:26:57: Nein, Wolfgang Schuller.

00:26:59: Das ist nicht tragisch komisch.

00:27:01: Karl Schmidt macht sich kändlich und hat dies offenkundig auch bis zu seinem Tode nicht bedauert.

00:27:07: Es bleibt dabei nur ein toter Jude ist ein guter jude.

00:27:11: Zitat Und dann die Juden.

00:27:14: das is der düsterste Aspekt des Tagebuches.

00:27:17: gerade in Bezug Auf die Juden spielt das Adjektiv eklig eine besonders große Rolle, und auch sonst sind abschätzige und sogar hasserfüllte Äußerungen Legionen.

00:27:30: Zum Schluss noch eine Nachbemerkung zum zeitlos ewigen Feind.

00:27:35: Zitat Wer mit einem absoluten Feind kämpft, sei dieser Klassen oder Rassen- oder zeitlos ewiger Feind interessiert sich ohne dies nicht für unsere Bemühungen um das Kriterium des Politischen.

00:27:48: Im Gegenteil er sieht darin eine Gefährdung seiner unmittelbaren Kampfkraft Schwächung durch Reflexion Hamletisierung und eine verdächtige Relativierung.

00:27:59: Umgekehrt machen die verharmlosenen Neutralisierungen den Feind zum bloßen Partner eines Konflikts oder Spiels und verdammen unsere Erkenntnis einer handgreiflichen Wirklichkeit als Kriegshetze.

00:28:16: Es besteht kein Zweifel, Karl Schmidt geht es offenkundig um die ontologische Fundamentalbetonage seiner Wesensunterscheidung von Freund und Feind mit drastischen Folgen für eine gesellschaftliche Ordnung und die Bemühungen um eine völkerrechtliche Ausrichtung im Konflikt- und Deeskalationsmanagement.

00:28:37: Noch einmal Carl Schmitt.

00:28:39: Zitat Entfällt nämlich diese Unterscheidung, so entfällt das politische Leben überhaupt.

00:28:45: Es steht einem politisch existierenden Volk keineswegs frei durch beschwörende Proklamationen dieser schicksalhaften Unterscheiding zu entgehen.

00:28:55: Er klärt ein Teil eines Volkes keinen Feind mehr zu kennen – so stellt er sich nach Lage der Sache auf die Seite der Feinde und hilft ihnen!

00:29:05: Aber die Unterscheidung von Freund und Feind ist damit nicht aufgehoben.

00:29:12: Abschließend greife ich die Formulierung Karl Schmitz auf, und fühle mich genötigt festzustellen, dass wer mit einem absoluten Feind kämpft sich ohne dies nicht um unsere Bemühungen interessieren wird – im Gegenteil!

00:29:26: Wird er darin eine Gefährdung seiner unmittelbaren politischen Handlungsfähigkeit sehen?

00:29:31: Eine Schwächung durch Reflexion.

00:29:34: Wo lernt man denn Reflexion?

00:29:36: In der Familie, zu Hause in der Schule im Freundes- und Bekanntenkreis.

00:29:40: Ich kann es immer noch nicht glauben, dass am

00:29:43: XXIII.,

00:29:44: XXII.,

00:29:44: XXV.

00:29:46: mehr als ein Fünftel an den Wahlonen der AfD ihre Stimme gegeben haben!

00:29:54: Euer Red Hot Chili Yup.

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