Ep.22 - Schrei nach Liebe?

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00:00:13: Ja, es beginnt

00:00:15: immer von vorne wie von hinten, von oben wie von unten, von rechts wie von links.

00:00:20: Rhetor Chilliou meldet sich mit seinem ersten Urlaubs-Podcast der Episode Spoon-Twenty die sich mit der Welt der Teenager Terroristen auseinandersetzt.

00:00:32: Florian Zickert in der süddeutschen Zeitung vom XXVIII.

00:00:37: Juli, ein Beitrag veröffentlicht, der sich mit der Frage auseinandersetzt wie gefährlich diese Szene einzuschätzen ist.

00:00:49: Florian Zick bezieht sich mit dieser zentralen Frage auf die Messeattacke, mit der ein Sechzehnjähriger am Völfengymnasium in Schongau zwei dreizehnjährige Schülerinnen schwer verletzt hat.

00:01:06: Florian Zick führt den Begriff eines militanten Akzellerationismus ein.

00:01:13: Hinter diesem Begriffsmonstrum verbergen sich zumeist junge gewaltbereite Männer, die das ideologische Ziel verbindet mit Terror- und Gewalttaten der demokratischen Gesellschaft zu destabilisieren und deren vermeintlichen Untergang zu beschleunigen.

00:01:32: Florian Zick weiste darauf hin, dass auch der mutmaßliche Attentäter von Schongau sich in seinem Manifest als verschistischer Akzellerationist bezeichnet.

00:01:45: In seinem Manipest dominieren Hass gegen Frauen, Muslimen und Muslime, Jüdinnen und Juden Menschen mit Behinderungen sowie queere Menschen erlobt den Attentater von Christ Church und wirft Frauen Hypergamie vor.

00:02:05: Er spricht von einer sogenannten verjudeten Gesellschaft Mit Blick auf Gemeinsamkeiten.

00:02:11: in den Täter-Profilen stechen folgende Merkmale hervor Die Täter sind männlich, sozial weitgehend isoliert Kommen aus einem schwierigen Elternhaus werden von Gleichaltrigen abgelehnt v.a.

00:02:27: von Mädchen.

00:02:30: Florian Zick spricht von einer sogenannten rechtsextremen Online-Subkultur und macht damit aufmerksam, auf einen wesentlichen Unterschied zu früheren Rekrutierungsprozess.

00:02:45: Früher in den sogenannten Baseballschlägerjahren der Neunziger seines Rechtsextremes Kinnheads gewesen die mit Gewalt und dem Stilisieren von Migranten zu Sündenböcken, Zulauf durch verlorene Jugendliche generieren konnten.

00:03:01: Jetzt seien es die cruden Internet-Zirke in denen junge Menschen ohne Offline Freundeskreis eine Art von Teilhabe erfahren.

00:03:12: Im Internet fänden sie was ihnen die reale Welt verweigere – Zugehörigkeit, Menschen, die ihren Frust teilen.

00:03:21: In dieser Echo-Kammer der Verbitterung radikalisierten sie sich.

00:03:27: Schongau so Florian Zick verweise damit auch noch einmal auf die große gesellschaftliche Debatte, die ernsthaft geführt werden müsse.

00:03:37: Es gehe dabei um die Schattenseiten des Social Media Nutzungs und eine mögliche Altersbeschränkung.

00:03:45: Denn – so zitat ohne das Internet ohne die dortige Darstellung extremer Gewalt in Bildern ästhetisiert und leicht konsumierbar gäbe es ein Phänomen, wie die Attentäter-Fanszene aller Vermutung nach Nicht.

00:04:06: Florian Zick spricht an einer Stelle von verlorenden Jugendlichen.

00:04:13: Wenn gleichzeitig im Beitrag von Florian Zick die Rede ist, von weitgehender sozialer Isolation.

00:04:21: Von schwierigen Elternhäusern.

00:04:23: Von Mobbing!

00:04:25: Dann kennen wir doch zumindest einige dieser wesentlichen Mosaik-Steine... ...die Jugendliche abdrüften lassen.

00:04:34: Der nachhaltige Verlust von Geborgenheit und Zugehörigkeit bereitet den Humus für eine Selbsteinschätzung wie sie beispielsweise auch der Schongauer Attentäter in seinem Manifest auf den Punkt bringt, Zitat.

00:04:52: Mein Leben war von Beginn an zum Scheitern verurteilt und wenn wir die Radikalisierung von Jugendlichen auch nur annähernd verstehen wollen muss der Blick zweifellos immer auch dem milieubedingten sozialen Defiziten gelten die zu solch einer düsteren, vernichtenden Selbsteinschätzung führen.

00:05:19: Das ist der Grund warum ich an dieser Stelle noch einmal auf die dritte Episode des Podcastes verweise und an dieser stelle den zentralen programmatischen Schlüsselsong Wer wir sind erneut platziere

00:05:57: Ins Gewissen, gewiss kann heute jeder sehen Das wo die Seele grob verrott Wo Solidarität

00:06:08: und mit Gefühl

00:06:09: vergehen.

00:06:10: Ein Steter Kreislauf droht.

00:06:12: Vor hundert Jahren schlug schon ihre Stunde Die Zeit der halb geborenen Brut.

00:06:18: Wie ein Fanal

00:06:19: empfängt sie ihre Wunde Verwandelt

00:06:22: sie in rohen Hass und Wut.

00:06:24: Was heißt hier halbgeborene Brut?

00:06:27: Nicht jedes Kind wird

00:06:28: angebrüllt geschlagen Alleingelassen

00:06:31: ohne Zuspruch, ohne Mut Auf sich gestellt in allen Lebenslagen.

00:06:36: Du meinst es fehlt dann Liebe und dann Wärme Vielleicht ganz schlicht an Urvertrauen

00:06:42: Und Angst schürt das Gelerme.

00:06:44: Niemand will noch irgendjemand trauen.

00:06:47: Ja, Angst bereitet immer fort.

00:06:50: Die Welt ist aufzulegen.

00:06:57: Natürlich ist es leicht, die Bösen auch zu packen In einer Welt in der das Fremde droht Wir sind es nicht so brüllen Immer schon die rechten

00:07:03: spacken

00:07:04: Und sehen ab von sich reflexhaft und... Verrot und brüsten sich als Singulär Und arisch als Einzigartig.

00:07:12: grenzt man andere aus Und geht ein fremder Fehl, dann ist das exemplarisch Und alle Fremden müssen

00:07:18: raus.

00:07:18: Der eigene Körper wird zur Waffe gestehlt Und taub negierte

00:07:23: jeden Schmerz Und nur einen Feind nimmt an.

00:07:25: Da klappe tief in uns ein Triefen Blutendloch im Herz.

00:07:28: Und immer wieder frage ich nach den Müttern Nach den Müttern, wer gebiert in einen Hurensohn?

00:07:33: Es müsst ihr Herz und den Verstand erschüttern.

00:07:36: Wenn Söhne würde los verlieren sich ein Blank im Hon.

00:07:39: Wer glaubt denn heute noch der Haare Und lässt dein Kind verwarlos schreien?

00:07:48: Es müsste ein Schmutzfink sein von Pfarrer Gewissenlos im Anblick fremder Pein.

00:07:57: So stellen wir also bittere Fragen, Fragen über Fragen.

00:08:01: Wollt ihr wirklich wieder Mütter die im Schoße tragen?

00:08:04: Ein hart geschlecht das wie aus Erzgeschweißt und ohne Knetsinn.

00:08:07: Bänglich sagen sich kühn den Weg zum neuen Aufstieg.

00:08:10: Weißt wollt ihr wirklich wider Müttern die nicht abseits stehen wenn blonde Söhne ruft der Kampf verschall' die schützen dem Gebet zur Seite gehen und selbst verströmen in der Liebe Glut.

00:08:30: hört doch Björn den Höcke hetzen Hört es krass, gekräg?

00:08:35: Frage von euch jeden Wollt ihr's wirklich wieder

00:08:37: flink und hart und zäh?

00:08:39: Schluss mit billigem Protest.

00:08:40: gehabt Ein jeder weiß und hat gewusst ein jeder auch die letzte Schabe.

00:08:45: Wer sich bedient und lacht an eurem Frust steht auf und nehmt das Leben In die Hand steht ein für eure Sache.

00:08:52: Ihr lebt in einem freien Land.

00:08:53: Schon sieht sie sich Die AfD als Wache.

00:08:57: Woll' dir den totalen Sieg Zum Preise eurer... Rhetor Chiliot

00:09:52: betreibt diesen Podcast unter zwei zentralen Fragestellungen.

00:09:57: Warum Dummheit wehtut und warum Liebe weh tut?

00:10:01: Die verheerendsten Konsequenzen resultieren gewiss aus der Liebe, die nicht gestalt annimmt in Form von Geborgenheit und Zugehörigkeit.

00:10:11: Beiläufig immer in der Versuchung es zu überlesen und das aus unserer Wahrnehmung zu verdrängen Hallen auch im Beitrag von Florian Zick jene Sätze nach, die man unter der Überschrift zusammenfassen kann, hört ihr die Kinder schreien.

00:10:31: Der Attentäter von Schongau schreibt, mein Leben war von Beginn an zum Scheitern verurteilt – das schreibt ein sechzehnjähriger Gewiss auf dem Hintergrund einer unerfüllten Sehnsucht nach Anerkennung und

00:10:48: Respekt.".

00:10:49: Da reicht die Stigmatisierung zum Arschloch einfach nicht aus.

00:10:54: Mit Klaus Teweleit könnte man an dieser Stelle anmerken, diese bei jungen gewaltbereiten Männern beobachtbare Verirrung in kaum nachvollziehbaren faschistisch unterlegte Gewaltfantasien und Praktiken ist keine Ideologie sondern ein Körperzustand, bei dem alles nach Erlösung schallt.

00:11:18: Erlösung aus einem Zustand der Missachtung, fehlender Anerkennung und letztlich schmerzhaft entbehrter liebevoller Geborgenheit und Zugehörigkeit.

00:11:42: Gewiss handelt es sich um die Inkarnation einer schreienden Dummheit, die allerdings ihre Wurzeln im Scheinach nie erfahrener Liebe hat.

00:11:53: Hört's euch doch bitte noch einmal an!

00:11:55: Die Ärzte schrei nach Liebe.

00:11:58: nur von dem hohen Ross auf den die Ärzten sitzen müssen wir absteigen.

00:12:05: Dieses Lied darf nicht nur zu einer Attitüde vorkommen Steigt mit mir hinab in die Kellergeschosse, lasst uns die Fundamente anschauen auf denen das Abdriften vor allem junger Männer in verschistisch inspirierte Gewaltfantasien ihren Nährboden finden.

00:12:25: Gesellen wir dem Schrei nach Liebe die Frage hinzu wer wir sind?

00:12:30: Wer wir alle sind in diesem filigranen Netzwerk.

00:12:34: durch dass sich entscheidet wer dazugehört und wer nicht Schließen junge Menschen, sich vermeintlich selbst aus und hegen Rache gelüste einer Gesellschaft gegenüber die sie nicht sehen kann haben wir alle versagt.

00:12:52: So sieht es jedenfalls.

00:12:54: Red Hot Chili Up!

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