Ep.4 - Warum Liebe weh tut?

Shownotes

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00:00:15: Von vorne wie von hinten, von oben wie von unten, von rechts wie von links.

00:00:22: Red Hot Chili Up die vierte Episode des Podcasts der Einstieg in die Frage Warum Liebe wehtut?

00:00:33: Ich habe in der letzten Episode davon gesprochen dass sich vor allem durch die Vertonung des Textes wer wir sind die Nahtstelle zeigt die beiden zentralen Fragestellungen warum Liebe wehtut und warum Dummheit wehtutt in einem unmittelbaren Zusammenhang bringt.

00:00:57: Aus diesem Lied, wer wir sind, zitiere ich an dieser Stelle fünf Strophen die uns tief hinein führen in die Frage wie man das Phänomen Liebe in all seinen Facetten ansprechen kann.

00:01:09: Julia Onken ist es im Übrigen die uns darauf aufmerksam macht.

00:01:14: Das Liebe will man sie in ihrer umfassenden Vielfalt begreifen, mindestens drei Dimensionen umfasst.

00:01:23: Von denen immerhin die Griechen schon wussten.

00:01:27: Sie unterschieden Eros, Philia und Agapeh.

00:01:33: Im Fortgang des Podcasts werden diese Unterscheidungen noch eine maßgebliche Rolle spielen.

00:01:41: In diesem Lied Wer wir sind heißt es.

00:01:45: Gewiss kann heute jeder sehen, dass wo die Seele grob verrot, Wo Solidarität und Mitgefühl vergehen Ein steter Kreislauf droht.

00:01:56: Klaus Tebeleit ruft in die Runde Seht dort Die halbgeborene Brut.

00:02:03: Wie ein Fanal trägt sie ihre Wunde Verwandelt sie In rohen Hass und Wut.

00:02:10: Was heißt hier halb geborene brut?

00:02:13: Nicht jedes Kind wird angebrüllt geschlagen, allein gelassen ohne Zuspruch oder Mut auf sich gestellt in allen Lebenslagen.

00:02:24: Du meinst es fehlt an Liebe und an Wärme?

00:02:28: Vielleicht ganz schlicht ein Urvertrauen?

00:02:31: Und Angst schürt das Gelerne?

00:02:34: Worauf soll man denn bauen?

00:02:37: Ja, Angst bereitet immer fort den Grund.

00:02:42: Mit dem beginnt die Welt sich aufzulösen.

00:02:45: Nur noch Fragment kaputt und Wund, wer sind die Guten?

00:02:50: Wer die Bösen?

00:02:53: Ja du meinst es fehlt an Liebe und an Wärme vielleicht ganz schlicht ein Urvertrauen Und Angst schürt das Gelerne.

00:03:02: worauf soll man denn letztlich überhaupt noch bauen?

00:03:08: Für den kürzlich verstorbenen Schriftsteller, Filmemacher und einen der profiliertesten Gewehrsleute einer sich zutiefst demokratisch verstehenden Republik lag die Antwort auf der Hand.

00:03:20: Von ihm von Alexander Kluge stammt jene Formulierung mit der ich mich zutieft identifiziere.

00:03:29: Ich zitiere ihn an dieser Stelle.

00:03:33: Sehen Sie wenn die Zeiten sich so verdichten und beschleunigen Dass sie unheimlich sind, wenn die Zeiten sozusagen zeigen ein Rumoren der verschluckten Welt als seien wir im Bauch eines Wals angekommen.

00:03:48: Wenn das alles so ist dass man sich wie im Bauche eines Monstrums fühlt dann kommt es darauf an sich zu verankern.

00:03:57: Es ist am leichtesten sich zu Verankern in dem was wir in uns tragen.

00:04:03: Sehen Sie Wenn wir beide unsere sechzehn Urgroßelter nehmen, unter der Zahl werden wir nicht geboren sein.

00:04:11: Dann können die sagen – Die sind so extrem verschieden und wussten so wenig in welchen Körpern sie einmal zusammenkommen werden dass wir eigentlich denken müssten bei uns müsste Bürgerkrieg herrschen So schärfe ich denn die Nahtstelle?

00:04:35: dass ich für mich selbst zunächst einmal bekenne, das meine Mensch und Personwährdung zu tiefst auf dem Dank gründet der meiner Familie und meinem sozialen Umfeld gilt.

00:04:50: Urvertrauliche Bindung und liebevoll verankerte Zugehörigkeit spannen das Feld auf, dass Julia Onken eher mit den Liebestimensionen von Filia Freundschaft und Agapé einer eher altruistig geerdeten Allliebe beschreiben würde.

00:05:10: Auf diesem Hintergrund wird es viele verblüffen, dass sich in der heutigen Episode eher dem Eros den Vorrang einräumen werde – aber auch diese Entscheidung werde ich mithilfe der Unterscheidungen Julia Onkins auf überzeugende Weise begründen

00:05:27: können.".

00:05:28: Zuvor möchte ich aber anschließen an die zitierten Strophen aus dem Lied, wer wir sind.

00:05:35: Mit Hilfe einer unfassbar trivialen Unterscheidung öffnet sich hier ein Blick auf ein individuell und gesellschaftlich betrachtet gewaltiges Phänomen mit immer schon verheerenden und dramatischen Folgen.

00:05:53: Auf Seite sechzehntes von Hartmut van Hentig, neunzig-neunzig veröffentlichten Essays Bildung findet sich folgender Satz.

00:06:03: Eine einzige Geste eines anderen in seinem Gemüt gespeichert kann ihn ein Leben lang mit Eifersucht oder Hass oder Hypochondrie erfüllen.

00:06:17: Ein einziges Wort ihn mit Sehnsucht oder Heilsgewissheit oder Verblendung schlagen.

00:06:26: Es mag geradezu zynisch anmut, wenn ich hier den von mir im professionellen Kontext über die maßen geschätzten Impressario einer zeitgemäßen reformpädagogischen Aufbruchsstimmung in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zitiere.

00:06:44: Der unterdessen hundertjährige Hartmut von Hentig hat sein eigenes Lebenswerk nämlich ruiniert durch seine Haltung gegenüber den bekannt gewordenen Missbrauchsfällen, durch sein lebensgefährten Gerald Becker währenddessen Zeit als Schulleiter der auf diese unrühmliche Weise weltbekannt gewordenen Odenwaldschule.

00:07:10: Viele werden sich erinnern an die pädokriminellen Praktiken und Verbrechen unter dem Deckmandel einer vermeintlichen sexuellen Emanzipation im Kontext der Reformpädagogik.

00:07:25: Du wächst jedes Ich, diese macht den ubergeschuldete Erkenntnis muss man eben seiner gleichermaßen betonten Einsicht gegenüberstellen das erst Abstand auch Beziehung ermöglicht.

00:07:41: alle Überwältigungsmachismen führen bei den Geschädigten zu lebenslanger Traumatisierung.

00:07:48: Vermutlich gibt es keinen voll umfänglichen Beziehungskosmus ohne das Kränkung, Verletzung auch Demütigung ob gewollt oder ungewollt tiefe Spuren eingraben in komplexe Beziehungswelten Welten die ihrerseits strukturell geprägt werden von den Verhaltensweisen und Praktiken zu tiefst gestörter und pathogenhervortretender Gewaltmenschen.

00:08:20: der patogenen Ausprägung und Entartung von Gewaltmännchen wie sie in ihrer extremsten Variante durch Hitler, Stalin, Putin oder einen elenden Narzisten wie Donald Trump verkörpert wird ein fortwährendes Anliegen bleiben.

00:08:53: Hat man Glück – wie ich es oben beschrieben habe – geht man nicht nur gestärkt in diese Welt?

00:09:01: sondern man ergreift im besten Falle die Chance, die Zeit seines Lebens nicht nur zu leben.

00:09:07: Sondern sie bewusst und mit Hilfe von Unterscheidungen wahrzunehmen, kritisch zu beleuchten – und ein Stück weit auch

00:09:16: mitzugestalten.".

00:09:19: So geerdet ausgestattet mit einem satten Urvertrauen- und Zugehörigkeit verbürgender Bindung bin ich in diese Welt gestartet!

00:09:29: Auch in die Welt des Erros.

00:09:33: Die weiter oben erwähnte Julia Onken spricht von Triebkräften, die eine solch gewaltige Kraft über uns ausüben, dass sie uns in der Abnabelung von der Familie einen gehörigen Stoß geben um uns auf den Weg zu machen, um zuliebenen zu

00:09:51: werden.".

00:09:54: Und im Eros kristallisiert sich der Anlasser am Fuße des Berges heraus, eine Antriebskraft die uns anspornet.

00:10:03: Die uns geradezu auf den Weg schleudert um den Berganstieg zu bewältigen.

00:10:09: Julia Onken spricht mit Blick auf diese Urgewaltige Kraft des Eros von Liebe machen!

00:10:18: Präziser könne man es eigentlich nicht ausdrücken, denn diese Formulierung beschreibe genau um was es sich handelt.

00:10:25: Die Liebe wird gemacht!

00:10:28: Miteinander schlafen, beschreiber den Gegensatz zur Wachheit.

00:10:34: Miteinander eintauchen in die Dunkelheit, sich den Triebkräften überlassen, die nicht dem wachen Bewusstsein des Menschen entspringen.

00:10:43: Sie betont dass diese Sichtweise –die Sexualität keineswegs abwerten solle.

00:10:51: Ihr werde lediglich der Platz zugewiesen, der ihr zustehe Anlaufstelle, Anlasser vitalisierendes Element zu sein das ungeheure Energien freisetze um die Liebesfähigkeit zum Blühen zu bringen.

00:11:06: Sexualität übernehme ledigliche eine Funktion und sei nicht das Ziel.

00:11:14: Aber zu solch feinsinnigen Differenzierungen und Unterscheidungen werden wir erst in den weiteren Episoden dieses Podcasts vordringen.

00:11:26: Heute steht jene urgewaltige Kraft im Vordergrund, die Menschen füreinander mit galaktischer Anziehungskraft attraktiv macht!

00:11:35: In Zeiten der Mitu-Debatte habe ich mich schon lange entschlossen, meine eigenen teils früh entstandenen Texte einer gründlichen Kontextualisierung zu unterziehen.

00:11:46: Diese Anstrengungen sind in meinem parallel weiterlaufenden Block dokumentiert.

00:11:51: Heute gebe ich die Bühne frei für Songs deren textlicher Existenz im ersten Lyrikbenschen das Leben ein Klang erschienen schon in den letzten Jahren, schon im Jahr zwei-tausend drei verankert ist.

00:12:07: Sie finden sich wieder im Kapitel Kaffeehan Impressionen.

00:12:13: Ihre Wurzel haben sie allerdings in diesem Falle in meinem männlichen Blick.

00:12:18: der wiederum steht nur stellvertretend für ein Phänomen das auch Personen zutiefst vertraut deren sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität von den gesellschaftlichen Hitren und Sysnormen abweicht.

00:12:34: Auf Deutsch wird dafür oft das Akronym LGBTQ verwendet.

00:12:41: Beginnen möchte ich aber sozusagen mit dem Song, mit dem Ich meine lyrischen Kinder in die Welt entlasse – auch unter dem Motto Am Du wächst jedes Ich!

00:13:08: Zieh nun in die Welt, ihr seid mir alle Zeit so nah.

00:13:17: Ich habe euch geboren wie immer das geschah.

00:13:27: Nun seid ihr auch sehr kochen.

00:13:32: ich habe euch geborgen.

00:13:36: nun seid ihr auserkochen.

00:13:41: Ihr leuchtet wie die Sonne glänzt in der Wörterwelt.

00:13:46: Seid leicht wie reine Wunde So licht wie ein Gedankenzelt.

00:13:55: Seit leicht wie

00:13:56: Reine Wune So licht

00:13:59: wie ein Gedanke sit'.

00:14:08: Hab euch gezerrt gebogen Hab euch gezert gebogen.

00:15:16: Sie ist

00:15:25: ein heller Stern.

00:15:35: Neue Ziele der Menschen holt Und schießt

00:15:50: ihr übers Ziel.

00:15:52: Übt euch in Geduld, wir spielen dann eine neue Spiel.

00:15:56: Genießt der Menschen holt, ließ dir übers Ziel So übt euch In Geduld Wir spielen.

00:16:53: Nährt alle dich und

00:16:54: mich.

00:17:04: Die lyrische Verdichtung ist der Höhepunkt einer gleichermaßen poetischen wie rationalen im Sprachraum sich ereignenden Durchdringungen, häufig in der Gestalt von existenziellen Grenzerfahrungen.

00:17:18: Die Liebe in all ihren Spielarten gehört gewiss dazu.

00:17:23: Von Peterslothadeig, dem philosophischen Faktotum, dem ich unfassbar vielfältige und originelle Sprachinfusionen verdanke, stammt die schlichte Auslassung wo Tätowierung war soll Kunst werden oder wo Brandmarkung war soll Sprache entstehen.

00:17:43: Meine Texte zu den eingespielten Songs belegen präzise was Peterslotheig uns sagen mag.

00:17:51: Ich halte mich im folgenden an Julia Onken und begebe mich in die Niederungen, in die dunklen abgeschatteten Zonen.

00:17:59: In denen sie die dynamischen häufig Trubulenzen auf allen Ebenen auslösenden Energien des Eros verordnet – zwei Lieder das eine bekannt weil sich ihm das zu Beginn eines jeden Podcasts erklingende Dschingel verdankt.

00:18:15: Das zweite Lied aus meinen Kaffeehan-Impressionen geht dann tatsächlich ans Eingemachte, wir bekommen zu hören was gewissermaßen seismografisch aufgezeichnet werden könnte auf dem Seelenpagament eines jedem dem Erros erliegenden

00:18:33: Beobachter.".

00:18:37: Ja, so zunächst einmal gewissermaßen als Auftakt die Hymne von

00:19:26: vorne wie von hinten.

00:21:07: Der dritte Song überlässt uns nun vollkommen dem Erspüren jener feinen Irritationen, die hier in Klarsprache auf den Punkt gebracht werden.

00:23:27: Ich spüre, dass sie fühlt wie ich merke Dass.

00:23:29: sie spürt wie ihr Arsch meine Blicke fängt Wie ein Brennglas Sonnstrahlen bündelt und brennt.

00:23:33: den Fach Wenn's unter bereit liegt nicht blödlich am Fraff.

00:23:36: Sie spürtt, dass meine Augen ihrem Arsch erfinden.

00:23:50: Und ich spürte, das sie fühlts wie er merkt Das sie spurt wie ihr arsch Deine Blickel fängt wie ein Brenenglas Sonnenstrahlung bündelnd umbrennt der Fach Das hier Augen seinen Arsch finden.

00:24:33: Merkt, dass er spürt wie sein Arsch ihre Blick gefängt wie ein Brennglas Sonne strahlenbündelt und brennt.

00:24:39: den Fakt wenn es unabereilt ist.

00:25:31: Nichts, nichts außer Eros.

00:25:35: Fremde die sich begegnen und augenblicklich erfasst werden von der Strahlkraft erotischer Anziehung in all ihren Farben mag sie sich über die Jahre und Jahrzehnte verändern.

00:25:49: vor wenigen Tagen habe ich mit meiner Frau unseren fünfundvierzigsten Hochzeitstag begangen.

00:25:55: dankbar, unendlich dankbar und immer noch gefangen.

00:25:59: Das dazu passende Lied gut in Anführungszeichen wird in vielen weiteren Episoden meines Podcasts eine herausragender Rolle spielen.

00:26:11: heute weil es so viel Spaß und Freude gemacht hat.

00:26:16: noch eine Zugabe

00:26:39: Die Granat, die Moniwein.

00:26:46: Die blutroten Kirschen... ...die Blu davor treibt begeistert und einen Geist beleipt der jede Fesse sprengt vergebens zum lebendiger stille ein beharlicher Wille.

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