Ep.30 - Totenrede für Prof. Dr. Rudi Krawitz

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00:00:00: Zur dreißigsten Episode des Podcastes.

00:00:03: begrüßt euch Ratot Chiliub heute ohne Intro.

00:00:08: Es ist eine Folge, die insofern aus dem Rahmen fällt als sie sich einer Totenrede widmet.

00:00:14: Das ist auch der Grund warum Ratot chiliub das Feld seinem Mentor und Urheber überlässt.

00:00:21: Jupp Witzschrotmund hält die Toten-Rede auf seinen Freund Prof.

00:00:26: Dr.

00:00:26: Rudi Kravitz der sich am ersten September, twenty-fünfundzwanzig eine begleiteten Suizid unterzog.

00:00:34: Es jährt sich damit ein Ereignis das alle mehr oder weniger Betroffenen sprachlos zurückließ und der Jupp hat sich damit über einen Jahr lang herumgetragen und ist der Auffassung dass Rudi die Erweisung einer toten Rede unzweifelhaft zusteht.

00:00:55: Rhetor Chileup wird am Ende dieser Totenrede, diese Ehrerweisung auf seine Weise entsprechen.

00:01:03: Rudi war philosophisch interessierter Schulpädagoge und als solcher haben ihn die kanischen Fragen professionell und privat begleitet.

00:01:15: Was kann ich wissen?

00:01:17: was soll ich tun?

00:01:35: Du doch, was er tut.

00:01:50: Wie viele gehen noch im Job?

00:01:56: Du denn noch... ...edl sei der Mensch hilfreich Zwischen Mut und Gedroht ein.

00:02:42: Und auch glaube Lass dir deine Zuversicht nicht rauben.

00:02:50: Zugleich gar nichts weiß Wissen auch behindert sein heißt auch weise Unterschiede Preisen sowie.

00:04:48: Du hast deinem Leben am ersten September, twenty-fünfundzwanzig ein Ende gesetzt.

00:04:54: Ohne dass wir uns verabschiedet haben!

00:05:05: du noch einen überaus lebendigen Eindrucker lassen.

00:05:09: Du hast uns einiges mit auf den Weg gegeben, das rückblickend wie ein Vermächtnis wirkt.

00:05:16: Darauf werde ich zurückkommen.

00:05:19: Zuerst aber stelle ich dir Ratot Chiliob vor!

00:05:23: Der hätte dir überall Maßen gefallen – vor allem weil er es nun übernimmt unseren Job weiterzumachen.

00:05:32: Er knüpft in jedem Fall an dein politisches Vermächtnis an, mit dem du dich ungehalten und wütend gegen die zunehmende Rechtsdrift in unserer Republik gewandt hast.

00:05:45: Rattor Chiliub wird uns am Ende mit einigen seiner Lieder begleiten!

00:05:51: In deinem Abgang warst du radikal inkonsequent und hast für eine breite Öffentlichkeit im Mitteilungsblatt der deutschen Gesellschaft höhumanes Sterben eine letzte Spur gelegt, während Du Dir offenkundig alles öffentliche Gedenken verbeten hast.

00:06:08: Die Spuren die Du hinterlassen hast bleiben gegen diese Selbstgewählte, Postume Selbstbescheidung gleichwohl überaus

00:06:18: mächtig.".

00:06:19: Rainer Maria Rilke, Peters Lutterdijk Alexander Kluge Peter Härtling und Dietmar Kampa werden uns heute auf unserem letzten gemeinsamen Wandern auf dem Feldweg begleiten.

00:06:32: Ja auch macht den Heidegger.

00:06:35: zudem du ein so zwiespältiges Verhältnis hattest ruft uns ein letztes mal zu sprich die Seele spricht die Welt spricht Gott.

00:06:49: Alles spricht den Verzicht in dasselbe.

00:06:52: Der Verzlicht nimmt nicht, der Verzricht gibt.

00:06:57: Er gibt die unerschöpfliche Kraft des Einfachen.

00:07:00: Der Zuspruch macht heimlich in einer langen

00:07:03: Herkunft.".

00:07:06: Unser gemeinsamer Weg begann in dem Jahr und hat von Beginn an das Band gewoben, das uns bis heute miteinander verbindet.

00:07:17: Im Nachgang zum einundzwanzigsten Juni, wir waren ganz selbstverständlich noch beim Sieh zum Tod meines Bruders kondoliert.

00:07:30: Zeitgleich hatten wir an der Uni Koblenz unseren Dienst angetreten – du als mein Chef und Leiter des Instituts ich als dein Mitarbeiter!

00:07:41: Drei Jahre später uns verband da schon der Weg in eine ungewöhnlich tiefgründige Freundschaft, musste ich dir mein Beileid zum Tode deines Sohnes Björn aussprechen.

00:07:55: Knapp zwanzig Jahre später sind wir auf den Höhen des Odenwaldes tief in den Haar dessen abgestiegen und haben Abschied von Andreas genommen.

00:08:09: der uns um ein Haar zu Schwiegerväter Pendants gemacht hätte und der, wie Björn im Alter von neunundzwanzig Jahren einen Autounfall verursacht hat bei dem er zur Tode gekommen ist.

00:08:23: Es war ein unerträglich heißer Tag Anfang September zwei Tausendsechzehn an dem wir den bitteren Trank aus der Gewärtigung der Todesumstände von Andreas gelehrt

00:08:37: haben.".

00:08:38: Wir haben dem Unfallwrack die persönlichen Sachen Andreas entnommen, uns den persönlichen Eindrücken und Schilderungen eines Ersthelfers ausgesetzt und hoch oben an der Unfallstelle den Unfallhergang minutiös durch Abfahren der Unfallsstrecke auf uns wirken lassen.

00:09:00: Diese Weise hat uns Rainer Maria Rilke von Beginn unserer Freundschaft an jene Reime eingemeißelt, mit denen wir uns immer wieder und unverhofft auf schreckliche Weise konfrontiert sahen.

00:09:15: Der Tod ist groß!

00:09:17: Wir sind die Seinen lachenden Munds Wenn wir uns mitten im Leben meinen.

00:09:23: Wagt er zu weinen Mitten in uns.

00:09:27: aus dem Buch der Bücher Dein begleiteter Suizid halt nach und ich hätte mir gewünscht, wie wir es gemeinsam schon Zwei-Tausend Fünfzehn mit Peter Hinze erhofft hatten.

00:09:42: Dass der Gast nicht zugleich auch koch sein muss das tatsächlich gänzlich freie Berater und Begleiter ermessen können sollten welcher Ausgangslage den Sterbewillen eines sterbewilligen ausmacht und dass die Assistenz zu einem Suizid darauf beruhen könne, ohne jegliche Geldwerte Implikation zu beraten.

00:10:09: Das haben wir bis heute nicht erreichen!

00:10:13: Zwei-tausendfünfzehn plädierte Peter Hinze ein Jahr vor seinem eigenen Tod.

00:10:19: In der Sterbehilfe-Diskussion vor der Bundestagsabstimmung am sechsten November dafür, Sterbenzkranken einen ärztlich assistierten Suizid zu ermöglichen und legte mit Karl Lauterbach und Karola Reimann einen entsprechenden Gesetzentwurf vor.

00:10:37: Natürlich hat eine solche Entscheidung, wie du sie getroffen hast, weitreichende Konsequenzen.

00:10:45: Und so bitte ich dich heute darum, dich doch mit Alexander Kluge noch einmal ins Benehmen zu setzen!

00:10:53: Denn möchte ich... so wie du mich und alle anderen zurückgelassen hast, auch nur annähernd verstehen was dich zu diesem radikalen Schritt veranlasst hat.

00:11:05: Dann führt eine Spur eben zur Alexander Kluge.

00:11:10: Seit dem twenty-fünfundzwanzigsten März zwei tausend sechsund zwanzig bewegt ihr euch gemeinsam auf der Anderen Seite.

00:11:19: Alexander Kluge gibt in einem Interview mit Dennis Schek am vierzehnten Zweiten, zwei tausend zwölf anlässlich seines achtzigsten Geburtstages folgendes zu bedenken.

00:11:32: Zitat Sehen Sie wenn die Zeiten sich so verdichten und beschleunigen dass sie unheimlich sind Wenn die Zeiten sozusagen zeigen ein Rumoren der verschluckten Welt als seien wir im Bauch eines Wahls angekommen.

00:11:50: wenn das alles so ist dass man sich wie im Bauch eines Monstrums fühlt, dann kommt es darauf an sich zu verankern.

00:11:59: Es ist am leichtesten sich zu Verankern in dem was wir in uns tragen.

00:12:04: Sehen Sie wenn wir beide unsere sechzehn Urgruseltern nehmen unter der Zahl werden wir nicht geboren sein?

00:12:12: Dann können sie sagen die sind so extrem verschieden!

00:12:17: und wussten so wenig in welchen Körpern sie einmal zusammenkommen werden, dass wir eigentlich denken müssten bei uns müsste Bürgerkrieg herrschen.

00:12:29: Wenn ich nun fortfahre und allein unsere letzte Zusammenkunft auf der Kerrkapelle als Referenzpunkt nehme dann zeigt sich wie sehr dieser Bürgerkrig dich in der Tat als veritable Krieg innerlich zerrissen hat!

00:12:48: Die Verankerung in dem, was wir in uns tragen, insbesondere mit Blick auf deinen Geliebten und dennoch monsterhaft in dir präsenten Nazi-Großvater ebenso mit Blickauf dein leicht verächtliches Vaterbild als das eines Schwächlings hatten jeder Idee einer heilsamen Verankering einen harten Riegel vorgeschoben.

00:13:13: So, wie deine Kinder und Enkel auf der Suche und vielleicht mit der Sehnsucht nach Verankerung einen unwegsamen Pfad beschreiten mussten und immer noch beschreitten.

00:13:26: Wortwörtlich hast du zuletzt – wie viele Männer dein Bedauern mit Blick auf ein schwanzgesteuertes Leben offenbart!

00:13:34: Für dich und alle die dir verwandschaftlich verbunden sind, hast du immer wieder Josef von Eichendorffs Aforismus bemüht.

00:13:45: Wir sehen uns nach Hause und wissen nicht

00:13:49: wohin.".

00:13:50: Das ist wohl der Grund warum die Rainer Maria Rölke auf so besondere Weise den bitteren Weg gewiesen hat.

00:13:59: Immer wieder hast Du ihn aus dem Buch der Bücher jene Zeilen sprechen lassen die dir so sehr auf den Leib und in die Seele eingeschrieben waren.

00:14:12: Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr!

00:14:16: Wer jetzt allein ist wird es lange bleiben, wird wandern, lesen, lange Briefe schreiben und wird in denen alle hin- und her unruhig wandern wenn die Blätter

00:14:32: treiben.".

00:14:35: Ein Geist des Riese, wenige Jahre jünger als du dessen scharfsinniger Analysen uns mal um Mal faszinierten hat dir vor Augen geführt wie man ein Leben in dieser Spannung auszuhalten vermag oder wie man eben letztlich wie in deinem Fall nur noch einen finalen Ausweg erwägen konnte.

00:14:59: Du musst dein Leben ändern!

00:15:03: spricht Peter Sloterdijk von der Vertikalspannung, in die wir eingebunden sind und die dir zuletzt den Imperativen angelegt hatte.

00:15:15: Du musst dein Leben beenden!

00:15:19: Bei unserem letzten Zusammentreffen auf der Kerkepelle hast du uns noch einmal teilhaben lassen an den schmerzhaften Erkenntnissen und Einsichten, die du gemeinsam mit einem Freiburger Historiker zu Tage gefördert hast.

00:15:32: Sie zeigen die Verstrickungen des von dir geliebten Großvaters in die Ermordung eines polnischen Zwangsarbeiters in Brombach auf.

00:15:42: Rolf Hochuth hat sie in seinem Roman eine Liebe in Deutschland thematisiert.

00:15:47: Er handelt von einer verbotenen Liebe zwischen einer deutschen und dem polnischen Zwangsarbeiter Stanislaw Czasadek zur Zeit des Zweiten Weltkriegs.

00:15:58: Die Geschichte beruht auf einem authentischen Fall, das Ende ist tragisch!

00:16:03: Die verheiratete Deutsche wird wegen ihrer Romanze mit der Einweisung ins KZ beschraft – Der junge Pole wird zum Tode verurteilt und erhängt.

00:16:17: Dorf Brombach.

00:16:20: Ein Dorf zu Lörrach gehöre ich nahe der Schweizer Grenze, in dem du geboren und aufgewachsen bist.

00:16:28: Die Handlung spielt nineteenhundertundvierzig zwei Jahre vor deiner Geburt.

00:16:33: Auf der Romanhandlung basierend hat André Weyder eine Liebe in Deutschland verfilmt.

00:16:40: Ninzehundertdreiundachtzig wurde er auf der Bienale in Venetisch-Uhr aufgeführt.

00:16:47: Ich gehe an dieser Stelle soweit festzuhalten, dass man stelle sich die angedeutete Vertikalspannung von der Peterslutterdijk spricht als arm dickes Tau vor und das dieses Tau in übermäßiger unerträglicher Spannung zerreißen würde.

00:17:08: Dein Entsetzen und deine Abscheulieber Rudi, noch am fünfundzwanzigsten Juli-Zweitausendfünfundzwanzzig hoch oben an der Kerlkapelle geäußert würden den braunen Sumpf um die unerträgliche Rechtsausleger in der AfD mit einem einzigen ungeheuren Peitschenschlag des zerreißenden Taussinn wegfegen.

00:17:32: Ganz offen hast du vor Wahlen in den letzten Jahren immer wieder betont, dass Du die Linke wählst.

00:17:39: Immer verbunden mit Deiner Wut, Deiner Scham, Deinem Entsetzen und Deiner Abscheu vor einer auf unerträgliche Weise erstarkenden extremen Rechten in unserer Republik!

00:17:52: Eben aus diesem Grund bin ich mir sicher, wie sehr die Lieder Red Hot Chili Ups auch deinen Intentionen entsprochen hätten.

00:18:04: Ich möchte diese Totenrede aber nicht abschließen ohne mit Bedauern auf ein weiteres Vermächtnis hinzuweisen.

00:18:11: in jenen Brommbach, indem der polnische Zwangsarbeiter Stanislav Czazadek Von Brombachern unter Mitwirkung deines Großvaters ermordet worden ist, steht die Fuchsgasse elf.

00:18:28: In meinen Händen vor meinen Augen liegen dreißig episodenhafte Briefe, die du im Wesentlichen deinen Kindern und Enkelinnen zugedacht hast.

00:18:40: Sie berühren in weiten Teilen aber uns alle, die wir dich gekannt und zum Freund gehabt haben.

00:18:47: Du hast verfügt dass dieses Vermächtnis keiner weiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden darf.

00:18:56: Ich verneige mich vor dir, im tiefen Bedauern darüber, mich deinem letzten Willen fügen zu müssen?

00:19:04: In Gestalt einer nachgetragenen Liebe offenbaren sich in diesen Briefen neben einer ausweglose erscheinenden Verzweiflung eine gleichermaßen tiefgründige wie hoffnungslose Sehnsucht nach jener verfehlten Zugehörigkeit und einer nie erfahrenen, alles aufnehmenden, alle Heilenden wie verzeihenden liebevollen Geborgenheit.

00:19:31: Und dies gleichermaßen als Erlittenes wie zu verantwortendes

00:19:37: Unheil.".

00:19:39: Die doppelte, vielleicht vielschichtige Trage hinter diesem erfahrenen und zu verantwortenden Unheil tritt umso deutlicher hervor wenn man sich die Spuren vor Augen führt, die untillbar mit deinem Werk verbunden bleiben.

00:19:57: Und es erscheint mir schlicht würdelos und unangemessen deine Lebensleistung innerhalb deiner Profession ganz einfach unter den Tichfallen zu lassen!

00:20:10: Das ist der Grund, warum ich dich zum Abschluss noch einmal kurz ins Gespräch bringe mit jemandem den du geschätzt hast.

00:20:19: Dietmar Kampa schreibt Zitat Der große Verlierer dieser Geschichte des abendländischen Menschen ist der Körper das heißt Du und weiter.

00:20:35: Was mir in Zeiten des entfernten Körpers immer unwahrscheinlicher und immer notwendiger vorkommt, ist die Berührung.

00:20:45: Leben des Körpers heißt nichts anderes als berührt werden – als berühren!

00:20:54: Diese beiden fatalistischen Sätze entstammen dem Traumbuch Dietmar Kampas das erst- gewissermaßen als Vermächtnis einer breiten Öffentlichkeit zugänglich wurde.

00:21:11: Berühren und berührt werden, das entsprach deinem Credo, deines Bedürfnisses und einem überaus vorsichtigen Agieren im sozialen Feld aus deiner Habilitationsschrift Pädagogikstatterapie Bad-Halbun, in dem ich in den letzten Jahren im Spiegel von Dietmar Kampas fatalistisch im Weltbild so bedroht erscheinen mag.

00:21:43: Zitat kann Kindern sowohl das extensive, raumeinnehmende Ausagieren ihrer individuellen Befindlichkeit wie auch die intensive angestrengte Auseinandersetzung mit der äußeren Welt möglich machen.

00:22:10: So dass sie selbst in zunehmendem Maße erleben – in ihrem eigenen Leib wirklich und in jeder Hinsicht nach innen und nach außen zu Hause zu sein.

00:22:29: Deine eigene leibliche Unversehrtheit erschien dir zuletzt über ein dir erträgliches Maß hinaus bedroht.

00:22:38: In der Mitteilungsblatt der Deutschen Gesellschaft für humanische Sterben veröffentlichten Version von selbstbestimmt sterben, meine Geschichte legst du davon Zeugnis ab wie sehr dir deine Lebensqualität eingeschränkt vorkam.

00:22:55: Du warst zuletzt zutiefst davon überzeugt in deinem Leib, weder nach Innen noch nach Außen noch ein zuträgliches und akzeptables Zuhause vorzufinden.

00:23:10: Viel weniger noch hast du dich behaust gefühlt im erwähnten Sinne liebevoller

00:23:17: Geborgenheit.".

00:23:19: Du rückst den Verlust von Björn und Andreas noch einmal in den Vordergrund, Und musst ernüchtert und vermutlich tief gekränkt feststellen Das wie du wortwörtlich

00:23:31: schreibst.".

00:23:34: Meine Tochter ihre Beziehung zu mir ohne Gründe zu nennen abgebrochen hat.

00:23:41: So gänzlich unbehaust und versehrt an Körper und an Seele Wolltest du nicht mehr weiterleben.

00:23:50: In mir aber lebt deine Freundschaft, unsere Freundschaft weiter und ich rufe dir ein letztes Mal im Sinne unserer gepflegten Rituale mit den Worten Gottfried Benz zu Kommt!

00:24:06: Reden wir zusammen.

00:24:08: Wer redet ist nicht tot.

00:24:11: Du wusst es wohl Es züngeln doch die Flammen schon sehr um deine Not.

00:24:18: und rufst mir zu, komm öffnen wir die Lippen.

00:24:23: So nah schon an den Klippen in unserem schwachen Boot.

00:24:28: nur wer redet ist nicht tot.

00:24:33: du bist tot aber ich nehme dich mit in unser starkes Boot.

00:24:40: Wir steuern es gemeinsam und Red Hot Chili Ups sitzt an den Geschützen.

00:24:45: Es sind unsere Liederkanonen, mit denen wir der blaueingefärbten braunen Brut eine Breitzeite nach der anderen verpassen.

00:24:55: Wir beginnen mit Wer wir sind?

00:24:58: Es ist das Lied, dass unser beider entsetzen Ausdruckverleid wohlwissend, dass wir keine Schuld aber große Verantwortung tragen.

00:25:41: Und mit Gefühl vergehen.

00:25:45: Ein Steter Kreislauf droht.

00:25:47: Vor hundert Jahren schlug schon ihre Stunde Die Zeit der halb geborenen Brut.

00:25:52: Wie ein Fanal empfängt sie ihre Wunde Verwandelt sie in rohen Hass und Wut.

00:25:59: Was heißt hier?

00:26:00: halbgeborene Brut?

00:26:01: Nicht jedes Kind wird

00:26:03: angebrüllt geschlagen Alleingelassen

00:26:06: ohne Zuspruch, ohne Mut Auf sich gestellt in alle Lebenslagen.

00:26:11: Du meinst es fehlt dann Liebe und dann Wärme Vielleicht ganz schlicht

00:26:15: an Urvertrauen?

00:26:16: Und Angst schürt das Gelerne.

00:26:18: Niemand will noch irgendjemand trauen.

00:26:21: Ja, Angst bereitet Bösen.

00:26:31: natürlich ist es leicht die bösen auch zu packen.

00:26:34: In einer Welt in der das Fremde droht Wir sind es nicht so brüllen immer schon Die rechten spacken

00:26:38: und sehen

00:26:39: ab von sich Reflexhaft und verrot und brüsten sich als Singulär.

00:26:47: und immer wieder frage ich nach den Müttern So stellen wir also bitte Fragen.

00:28:05: Hör doch Björn, den Höcke hetzen.

00:28:07: Hört es krass gekräg?

00:28:09: Ich frage von euch jeden, wollt ihr's wirklich wieder flink und hart und zäh?

00:28:14: Schluss mit billigem Protest gehabt.

00:28:15: Ein jeder weiß und hat gewusst ein jeder auch die letzte Schabe.

00:28:20: wer sich bedient und lacht an eurem Frust steht auf und nehmt das Leben in die Hand steht ein für eure Sache.

00:28:26: Ihr lebt in einem freien Land.

00:28:28: schon sieht sie sich Die AfD als Wache?

00:28:32: Wollt ihr den totalen Sieg?

00:28:35: Preise eurer...

00:29:27: Das zweite Lied spiegelt unsere Wut.

00:29:34: Immer wieder haben wir die Frage gestellt, wie kann das sein?

00:33:45: Bevor ich

00:35:59: ganz persönlich mit einem besonderen Lied von dir Abschied nehme, möchte ich Tova Friedmann, Margot Friedländer und Leon Weintraub die Ehre erweisen.

00:36:10: Auch das ganz gewiss in deinem Sinne!

00:36:26: Ein Jahr neigt sich dem Ende.

00:36:29: Auf Ende reimt

00:36:30: sich Wende Doch dir ein Pupp sich kaum bleibt eher flüchtig

00:36:35: wie ein Traum.

00:36:38: Ein Traum

00:36:39: vom Mal prägiert Aus dem der Nazi stielt, erscheidet wie schon immer Freund und Feind.

00:36:51: Mit Feind ist hier der Sündenbocken Und das Fremde bleibt die Mauserkoren In Nazi-Deutschland.

00:37:03: Wer als Jude war geboren, hat sie.

00:37:21: Terror Könnt ihr's immer noch nicht

00:37:24: lassen.

00:37:25: Deutschland, Deutschland über alles.

00:38:36: In

00:39:27: einer deiner letzten Mails schreibst du, der folgende Heidegersatz lasse dich nicht mehr los weil er so hermetisch klinge.

00:39:37: Zitat, Der Tod ist das Gebirg des Seins im Gedicht der Welt.

00:39:44: Da müsse man gebirg und gedichthermeneutig-und seinsphilosophisch verstehen auslegen interpretieren.

00:39:53: Es sei einfach ein schöner Satz wenn man mit gebirge auch so etwas wie Geborgenheit höre.

00:40:01: Und Gedicht als vielfältig schillernder Begriff müsstest du mir dem Dichter ja nicht erläutern.

00:40:10: Lieber Rudi, dass du jene so sehr vermisste Geborgenheit gefunden haben mögst und sie möglicherweise aus dem Elysium auch auf deine Nachgeborenen wirken lassen mögest – das wünsche ich dir von Herzen!

00:40:29: mit einem besonderen Lied.

00:40:32: immer wenn die Welt sich offenbart.

00:41:02: werde ich trotz blinder flecken manchmal weise, wenn leise klänge sich verdichten und großer klang entsteht ein fragen sich in fragen lichten von weiß hat umwählts.

00:41:57: Wenn farben sitze ich in grau ergeht, wenn aller hochmut dann verblichen am horizont ein geht?

00:42:16: Dann gehe ich auf die reise.

00:42:21: nicht mehr viel wandle einfach Still und leise, ich spüre Kraft.

00:42:36: Ich auch...

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