Ep.32 - Mut zur Endlichkeit - Sterben in einer Gesellschaft der Sieger (Teil II)

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00:00:00: Ja, hier meldet sich der Jupp.

00:00:02: Nein!

00:00:03: Nicht Red Hot Chili Jupp sondern der Jupwitsch Rotmund meldet mit der Zweihndreißen Episode seines Podcasts.

00:00:13: Episode einunddreißig und Episode zweihndreißig bilden einen Gesamtzusammenhang.

00:00:21: Teil zwei widmet sich der kleinen Schrift Mut zur Endlichkeit, sterben in einer Gesellschaft der Sieger von Fulbert Stefanski.

00:00:30: Erschienen im Radiusverlag Stuttgart-Jugend.

00:00:35: Rudi Kravitz hat mit seiner Entscheidung zum assistierten Suizid gewiss Mut zur Entlichkeit bewiesen – aber so ganz anders als Stefanska ihn uns nahelegt!

00:00:47: In meinem bekannten und Freundeskreis bewege ich mich mit meinen seventy-vier Jahren auf Augenhöhe.

00:00:54: Nach Rudi's Suizid ist zumindest eine aus unserer Montagsrunde der Pensionistersrunde Mitglied in der DGHS, in der Deutschen Gesellschaft für Humanes sterben geworden.

00:01:07: Rudis Entscheidung regt dazu an sich der Frage zu stellen wie wir leben und wie wir sterben wollen.

00:01:14: In der Folge nun stelle ich Fulbaz Defens gieß Anregungen in den Mittelpunkt und eröffne damit einen Diskurs, der den Spannungsraum deutlich macht indem wir uns bewegen.

00:01:27: Ich leite auch diesen zweiten Teil mit dem Lied Wenn Der Vorhang fällt ein

00:02:00: Es poppt sich in eine neue Kinderwelt.

00:02:07: Um Deutschland scheint es bestens bestellt.

00:02:09: Es popt sich in einer neuen Kinderwelt.

00:02:14: Kehmen Sie auf die Idee, genauer hinzuschauen Dann würden sie merken Das müssen recht große Kinder sein.

00:02:24: Heiteck bewindelt Mit zwei

00:02:26: Liter Fassungsvermögen.

00:02:30: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder Geht an der Sache vorbei.

00:02:35: Kinder wachsen hinein in die Welt und in die Welt der Sprache.

00:02:44: Die großen Kinder

00:02:45: hingutzen

00:02:47: hinaus, Und hinein den Halbtraum, die Krankheit zum Tod.

00:02:52: Wir fallen mit ihnen noch nicht so ganz Wenn wir Flechten auswindeln deren Kranz.

00:02:59: Nun müssen wir sehen und erkennen Was es wohl heißt wenn Augen nicht mehr leuchten?

00:03:06: Wenn Erinnerung innehält Und spüren wir die Schmerzart und andere Windstehen.

00:03:35: Sie dämmern dann in kleinsten Schritten hinein, in jene Welt Wo jeder Blick in Leere fällt und irgendwann verfehlt

00:03:47: sie unser

00:03:48: Schmerzen.

00:04:09: Muss jeder dann alleine gehen?

00:04:14: Wir blicken dann zu.

00:04:18: Ach wie schön ist es wenn alle kommen Wenn sie kommen, kommen, kommen Dann freuen wir uns so sehr ganz still und leise

00:04:30: in

00:04:30: uns.

00:04:32: doch alle, die da kommen müssen wieder gehen.

00:04:39: sie gehen gehen gehen schmerzt noch so sehr denn es sind keine fantasien die mehr vom werden und vergehen wo wir heute gehen oder stehen.

00:05:04: ich fühle ihrs vergehen bleibt der wind lässt sich verwähnen Sie singen.

00:05:40: Den Text zu diesem Lied habe ich vor mehr als zwanzig Jahren geschrieben.

00:05:45: Das Lied bildet einen passenden Auftakt.

00:05:53: Er leitet diese Überlegungen mit folgender Frage ein.

00:05:56: Zitat, könnte es sein dass gerade die Hochleistungsmedizin wenn sie einmal in Gang gebracht ist ein Sterben in Würde verhindert?

00:06:07: und er schließt die Frage an ob im Jugendwahn- und Gesundheitszwang nicht auch ein Stück geheimer Gewalt liege die uns möglicherweise daran hindere dem Kranken seine Krankheit zulassen und sich als gesunder mit der Krankheit des anderen abzufinden.

00:06:28: Er zitiert Udo Kreuzig, den Direktor des Johanneswerkes in Bielefeld mit seiner Auffassung, dass erst die moderne Medizin mit ihren Methoden der künstlichen Ernährung aus einer qualvollen Art zu sterben eine qualvolle Art zur Leben gemacht

00:06:46: habe.".

00:06:49: Mein Vater verstarb im Alter von fünfundsechzig Jahren innerhalb einer Woche an einem Herz infarkt.

00:06:55: Meine Mutter führte ein halbes Jahr lang einen harten Abwehrkampf gegen Gefahrter Hein, die letzten drei Tage im Stand-by Modus eine extrem reduzierten Schnappatmung mit zuletzt ein bis zwei Atemzügen pro Minute.

00:07:12: das Alles war schwer zu ertragen, aber es sind naturgemäß die vorletzten Entwicklungsaufgaben, denen wir uns zu stellen haben.

00:07:22: Meine Schwiegermutter hingegen verstarb im hohen Alter von fast siebenundneunzig Jahren – zu Beginn der Pandemie!

00:07:30: Bis dahin erfreute sie sich einer guten Gesundheit im Sinne des im Rheinland vertrauten Frommenwunsches oben Licht und unten

00:07:40: dicht.".

00:07:41: Hingegen fristete mein Schwiegervater, wie im ersten Teil des Podcasts angedeutet in den letzten drei Jahren seines Lebens ein Elendestasein.

00:07:54: Das Elende seines Daseins liegt hier allerdings primär im Auge des Beobachters – das beobachtenden und pflegenden Schwiegersons.

00:08:04: die Vorsorgevollmacht lag in Händen seiner Tochter Und über eine Patientenverfügung hatte er selbst lebensverlängernde intensivmedizinische Maßnahmen ausgeschlossen.

00:08:17: Wir haben ihn zu Hause gepflegt, dort ist der auch im Jahre Jahr zwei Tausendzehn im Alter von sechsenundachtzig Jahren wie man so schön sagt in Kreise seiner liebsten sanft entschlafen.

00:08:30: Sein Lebenswille war eindeutig indiziert über regelmäßiges Essen und Trinken.

00:08:36: Auch wenn er selbst dazu in keiner Weise in der Lage war, stand sein Lebenswille für mich außer Frage.

00:08:43: Alle körperliche Zuwendung alles drücken schmusen und küssen Viel wie Regen in der Wüste auf überaus Bedürftigen, aber eben auch fruchtbaren Boden und seine Mimik und Gestik lassen keine Zweifel an seinem Wohlbehagen.

00:08:59: Sie sagten uns alles ist gut hier bin ich wohl, hier fühle ich mich geborgen und

00:09:06: aufgehoben.".

00:09:09: Fulbert Stefanski zentriert seine Gedanken um eine triviale und gleichwohl fundamentale Erfahrung.

00:09:18: Zitat das, wovon wir eigentlich leben können wir nicht herstellen.

00:09:23: Nicht die Liebe, nicht die Freundschaft!

00:09:26: Nicht die Vergebung, nicht eine eigene Ganzheit und Unversehrtheit.

00:09:30: Man kann sich nicht selbst beabsichtigen ohne sich zu

00:09:34: verfehlen.".

00:09:36: Mit Fulbac Defenski nähere ich mich einem theologisch begründeten Gnadenbegriff, mit dem er uns nahe liegt Gnade zu denken bedeutet zu erkennen dass den Menschen nicht seine Tauglichkeit und Verwendbarkeit ausmache.

00:09:51: Zitat Alte Menschen, dauerhaft kranke sind wenig tauglich und verwendbar.

00:09:58: Sie können sich nicht durch sie selbst rechtfertigen – nicht durch ihre Arbeit, durch ihre Intelligenz und ihren Witz.

00:10:12: Auch Kinder betont, Sefenski seien zunächst einmal nicht durch ihre Funktion für die Gesellschaft gerechtfertigt.

00:10:21: Aber sie seien immerhin wie Zyniker sagen eine Investition in die Zukunft!

00:10:29: Mit Fulberts Defenski kann man an dieser Stelle bedenken dass die Bedürftigkeit den Grundzug aller Humanität ausmache Und ich kann der Idee folgen, dass ein Wesen umso bedürftiger sei je geistiger es

00:10:44: ist.".

00:10:45: Zitat.

00:10:46: Um so mehr weiß es das er sich nicht selbst gebären und vollenden kann!

00:10:52: Es braucht Väter und Mütter, es braucht Kinder und Enkel – es muss sich auf mehr berufen können als auf den eigenen Witz und die eigene Stärke.

00:11:04: Kleinerandbemerkung An dieser Stelle wird auch irgendwie verständlich, warum der ehemalige Benedektiner Mönch Cefenski Bruder Fulbert zum Protestanten wird mit Dorothea Söller eine Familie gründet und ein gottgefälliges Leben anstrebt.

00:11:22: Den Focus seiner Argumentation bildet schließlich die ich als die letzte Entwicklungsaufgabe verstehen möchte, die uns allen möglicherweise gestellt

00:11:36: ist.".

00:11:38: Schwer erkrankt sein heißt verarmt sein.

00:11:41: Arm an eigener Kraft, arm an Bewegungsfähigkeit, arm in Zukunft!

00:11:47: Die Krankheit ist Krise – man kann angesichts dieser Verarmung in Hoffnungslosigkeit und Verbitterungen erstarren.

00:11:55: Und man kann sich ergeben….

00:11:58: Sich ergeben ist ein veraltetes Wort, das ich mag.

00:12:03: Es heißt sich aus der Hand geben.

00:12:06: Sich anvertrauen.

00:12:08: Sich nicht mehr mit sich selber rechtfertigen.

00:12:13: Wissen dass es zu wenig ist nur bei sich selber aufgehoben zu sein.

00:12:19: vermutlich gelingt diese letzte Ergebung die letzte Bedürftigkeit nur wenigen Menschen hier.

00:12:27: Insbesondere hier wird die Spannung zwischen Rudis Entscheidung zum Begleiteten Suizid und einer Haltung sich bedingungslos aus der Hand zu geben überdeutlich.

00:12:38: Und wir alle werden mit der Frage konfrontiert, wie wir uns entscheiden wenn die Konsequenz damit verbunden ist sich vorbehaltlos aus den Hand zu gehen.

00:12:50: Kehren wir zurück zum Text aus den Ausgehenden Nullerjahren.

00:12:54: Da schreibe ich, dass ich mich in einem Fitness- und Gesundheitscenter angemeldet habe.

00:13:01: Und doch meine gesundheitsfördernden antropothechnischen Übungen verrichte im übrigen nur ein kurzes Intermezzo.

00:13:10: Fitnesscenter als die neuen Kathedralen der Moderne haben sich sehr schnell als ein absolutes Nogo für mich offenbart.

00:13:19: Manfred Lütz hat mir vor Jahren wie auch vielen anderen die Frage gestellt, sind Sie gerade im Moment gesund?

00:13:29: Und das auch möglicherweise noch im Sinne der Definition der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, wonach sich vollständige Gesundheit aus einem umfassenden biopsychosozialen Wohlbefinden zusammensetze.

00:13:47: Menschen, die sich in dieser Weise gesund fühlen erfahren dies in der Tat als systemisch Begründetes will sagen intensives wechselwirksames körperlich-selig geistiges Wohlbefinden.

00:14:02: Im Großen und Ganzen Summa Summarum und Cum Granu Salis gehöre ich wohl mit meinen damals fast Achtendfünfzig und heute mit meinen Vierundsebzig Jahren zu einer verschwindenden Minderheit von Menschen, die sich in der beschriebenen Weise für gesund halten dürfen.

00:14:24: Vielleicht ist mein gesamtes Leben der lebendige Ausdruck eines pfleglichen und achtsamen Umgangs mit sich selbst?

00:14:33: Wäre ich im Sinne einer christlichen Grundorientierung ein gläubiger Mensch würde Fulvats Defenskis Idee vielleicht auf mich zutreffen das wer an Gott glaubt nicht Gott sein und Gott zu spielen braucht.

00:14:48: Er muss nicht der Gesündeste, der Stärkste, der Schönste oder der Erfolgreichste sein.

00:14:54: Er muß sich aber wiederfinden in einem sozialen Netzwerk, indem er gleichermaßen aktiver Tätiger wie passiver Empfangender Aktuer ist.

00:15:07: Zugehörigkeit im weitesten Sinne zu einer Gemeinschaft aufgehoben in einer solidarischen und rechtssicheren demokratisch fundierten Gesellschaft, auf der einen Seite sowie Geborgenheit.

00:15:22: In einem sehr viel engeren Sinne in einem familialen-und wahlverwandtschaftlichen Umfeld bilden die andere Seite.

00:15:29: In ihrer Wechselwirkung bildet diese zuträgliche Gemengelage die fundamentale Voraussetzung für die Vorstellung die reale Möglichkeit einer Gesundheit, wie sie in der Definition der WHO anklingt.

00:15:47: Ich frage mich an dieser Stelle auch und vor allem mit der evangelischen Theologin Dorothe Sölle Ehefrau Fulbert Steffenskis, ob unter dieser Maßgabe die wunderbaren Ideen Steffanskis ihre tatsächliche Kraft verlieren wenn der Glaube an Gott fehlt.

00:16:09: Oder könnte es möglicherweise nicht gerade umgekehrt sein?

00:16:14: Warum brauchen wir diese Gottesidee, die in der Konkurrenz von Glaubensgemeinschaften seit Jahrhunderten Unfrieden und Gewalt in die Welt trägt?

00:16:25: Erst wenn Gott im Sinne einer negativen Theologie in uns Menschen sichtbar wird, als eine frieden und wechselseitige Anerkennung stiftende Kraft findet Gott jenen Platz der uns Menschen werden und sein lässt.

00:16:44: Damit würden wir uns alle gegen das Prinzip des Humus Hominilupus wenden, wir würden aufhören unserem Gegenüber Gewalt anzutun und ein Existenzrecht abzusprechen.

00:16:59: Ja es war vor allem die protestantische Theologin Dorothe Sölle neben Hans Jonas, die eine neue Theologie nach dem Tode Gottes entwarf und ateistisch an Gott glauben wollte.

00:17:16: Ein Wunderbarer, spektakulärer Gedanke.

00:17:21: Und so hätten wir möglicherweise die Chance dem merkwürdigen Neuenleiden zu entgehen, dass sich im Sinne des Defenskis in einer überhöhten Erwartung an das Leben und der Subjekte an sich selber – und in aber witzigen Totalitäts-Erwartungen ausdrücke!

00:17:42: Der Katalog den Fulbert's Defenski auflistet kommt uns allen vertraut

00:17:47: vor.".

00:17:49: Mein Körper soll fit sein, bis ins hohe Alter.

00:17:51: Mein Aussehen schön!

00:17:53: Mein Beruf soll sich erfüllen.

00:17:55: Meine Ehe soll ungetrübt und glücklich sein.

00:17:58: Der Partner soll der beste Liebhaber sein Und die Partnerin die beste Köchin.

00:18:03: Die Erziehung der Kinder soll gelingen.

00:18:06: Solche Totalitätserwartungen an eine Liebe programmieren ihr Scheitern.

00:18:12: So ist das Leben nicht.

00:18:17: Nein, so ist das Leben nicht.

00:18:21: Aber warum muss sich Gott zwischen diese nüchterne Einsicht schieben?

00:18:26: Warum genügen wir uns nicht selbst und können nicht aus der Einsicht in die wunderbaren Gedanken Fulberts Defenskis jene Bescheidenheit gewinnen, die uns das Leben in vollen Zügen genießen lässt und sei es noch so begrenzt – und holen auf diese Weise Gott zurück in unsere

00:18:46: Mitte?".

00:18:47: Fulbert Stefanski stellt die Frage, ob uns nicht eben genau diese Grundhaltung so viele Kranke beeinträchtigte und behinderte Menschen nahelegen.

00:18:57: Gnade denken heißt mit den Worten Stefanskis den Mut zum fragmentarischen Handeln

00:19:05: finden.".

00:19:07: Zitat Die meisten Ehen gelingen halb – und das ist viel!

00:19:12: Meistens ist man nur ein halbguter Vater, eine halb gute Lehrerin.

00:19:17: Ein halb guter Therapeut und das ist viel!

00:19:20: Gegen den Totalitätsterror möchte ich die gelungene Halbheit loben.

00:19:26: Die Süße und die Schönheit des Lebens liegen nicht am Ende im vollkommenen Gelingen und in der Ganzheit.

00:19:35: Das Leben ist endlich Nicht nur weil wir sterben müssen, die Endlichkeit liegt im Leben selber.

00:19:43: Im begrenzten Glück, im begrenzen Gelingen in der begrensten Ausgefülltheit – hier ist uns nicht versprochen alles zu sein!

00:19:53: Souverän wäre es, die jetzt schon mögliche Güte des Lebens anzunehmen und zu genießen, das Halbe nicht zu verachten, nur weil das Ganze noch nicht möglich

00:20:05: ist.".

00:20:06: Ich vermag im Einzelnen nicht mehr nachzuvollziehen, wann ich selber zugänglich war für solche Einsichten.

00:20:14: Sehr früh im Leben war mir verbunden mit Situationen des Scheiterns aber schon überdeutlich was es bedeutet sich an Perfektionsvorstellungen abzuarbeiten.

00:20:26: Ich habe mein Abitur erst sehr spät nach meinem Zweizwanzigsten Geburtstag erworben nach immerhin zwei Ehrenrunden in meiner Schulaufbahn und dennoch oder vielleicht gerade verbunden mit diesen Erfahrungen des Scheiterns, gibt mir die folgende Wende in Stefanskis Argumentation hohen Sinn.

00:20:49: Stefanski nimmt auf Paulus Bezug und meistelt mit ihm den Satz in diese

00:20:55: Welt.".

00:20:57: Der Mensch ist weil er sich verdankt!

00:21:02: Bevor ich mich nun abschließend mit Schlussfolgerungen aus dieser Einsicht auseinandersetze, möchte ich einer Gefühlslage und einem Selbstbildausdruck verleihen das so vielen Schülerinnen und Schülern Vertraut vorkommen mag.

00:21:17: Das Lied Ich Genüge Nicht bringt diese Gefühllslage nicht nur inhaltlich sondern auch durch die Härte der musikalischen Umsetzung zum Ausdruck.

00:24:39: möglicherweise kann der ein oder die andere nachvollziehen, wie sehr die Welt als pure Zumutung und der Versuch sich einen Platz in ihr zu erobern.

00:24:49: Als Bedrohung erscheinen kann.

00:24:51: Pubertät Schule Die Loslösung von der Familie Häufig scheitern oder quälen sich Menschen mit der Selbstzugestion nicht zu genügen.

00:25:04: Perfektionserwachtungen führen dabei häufig zu nachhaltigen Identitätskrisen und Angstneurosen.

00:25:13: Als alter Mann kann ich nun rückblickend sehen, dass Fulvats Defens geben mit seiner kleinen Schrift ein letztes Anspricht dass mich zutiefst anrührt und jenseits aller Gottesfantasien zu einem Grundmotiv meines Lebens führt.

00:25:31: Erst dem Rückblick wird überdeutlich, wie sehr ich mich selbst

00:25:35: verdanke.".

00:25:36: Stefanski meint – Zitat «die große Grundfähigkeit des Lebens ist der Dank».

00:25:44: Der Dank lehrt uns das Leben zulieben!

00:25:50: Aber dann kann es nur ein behaustes Leben sein, in dem wir uns nicht fortgesetzt nach Hause sehnen ohne zu wissen wohin wir gehören.

00:26:01: Zugehörigkeit und Geborgenheit sind die unverzichtbaren Voraussetzungen für ein erfülltes zuträgliches Leben.

00:26:11: Wenn erst der Tod wie Rudi mit Heidegger sagt zum gebirgten Seins mutiert und Geborgenheit verheißt, dann liegt häufig genug ein Leben hinter uns bei dem sich rilkes Prophezeiung erfüllt hat.

00:26:29: Wer jetzt kein Haus hat baut sich keines mehr.

00:26:32: wer jetzt allein ist wird es lange bleiben unbehaust und ungeborgen.

00:26:40: Für mein überreiches Leben wird nun im Rückblick überdeutlich in welchem Maß ich mich selbst so überlebensnotwendig verdanke der ungewöhnlichen Liebe meiner Eltern, der Liebe meiner Frau und meiner Kinder.

00:26:55: Der Aufmerksamkeit- und Wertschätzung der bedeutsamen Anderen inzwischen mit Schwiegerkindern und

00:27:02: Vierenkelkindern.".

00:27:04: Das ist der Grund warum ich diese Gedanken mit einem längeren Zitat aus Fulberts Defenskis Schrift beschließen möchte.

00:27:13: Und dazu bildet das Lied bevor der Vorhang fällt, mit dem ich eröffnet habe auch einen passenden Abschluss.

00:27:23: Zitat, der Dank lehrt uns das Leben zu lieben.

00:27:28: Ich erzähle eine persönliche Geschichte.

00:27:32: ich habe den dramatischen Zusammenbruch meiner Frau zehn Jahre vor ihrem Tod erwähnt.

00:27:39: Wir haben Wochen um ihr Leben gebankt.

00:27:42: Dann erholte sie sich langsam und vollständig.

00:27:46: Sie und wir haben gelernt, dass Leben frisst ist und dies gab unserem Leben eine neue Intensität.

00:27:55: Wir lernten die Selbstverständlichkeiten des Lebens als große Gaben zu schätzen.

00:28:01: das ein neuer Morgen kam war nicht mehr selbstverständlich, das Lachen unserer Enkel und dass wir zusammen weiterleben durften waren nicht mehr Selbstverständlich.

00:28:11: Der Alltag hatte einen neuen Glanz!

00:28:15: Wir haben die Bäume anders gesehen, wir haben unsere Liebe intensiver erfahren – wir haben gelernt was Brot und was Zeit ist.

00:28:24: Wir haben Die Gaben des Lebens als uns Ungeschuldete und als Unverdienbare

00:28:31: kennengelernt.".

00:28:33: Die Dankbarkeit ist wie eine neue Schöpfung der Dinge, und auch der nach zehn Jahren erfolgte Tod meiner Frau hat diese Dankbarheit nicht durchreichen können.

00:28:46: Wer weiß dass er sich verdankt, ist es lebensfähig vielleicht auch des

00:28:51: Sterbens.".

00:29:01: Zum Abschluss das Lied, bevor der Vorhang fällt.

00:29:50: Dann würden sie merken, das müssen recht große Kinder sein.

00:29:56: Heiteck bewindelt mit zwei

00:29:58: Liter Fassungsvermögen!

00:30:02: Wenn ihr nicht werdet.

00:30:03: wie die Kinder Geht an der Sache vorbei.

00:30:07: Kinder wachsen hinein in die Welt Und in die Weltersprache.

00:30:16: Die großen Kinder

00:30:17: hingutzen

00:30:19: hinaus und hinein In den Halbtraum, die Krankheit zum Tod.

00:30:24: Wir fallen mit ihnen Noch nicht so ganz, wenn wir flechten aus windelnderen Kranz.

00:30:31: Nun müssen wir sehen und erkennen was es wohl heißt Wenn Augen nicht mehr leuchten Wenn Erinnerung innehält.

00:30:41: nun spüren wir die Schmerzart Und andere entstehen.

00:31:07: sieht der Mann dann in kleinsten Schritten hinein In jene wo jeder Blick in Leere fällt und irgendwann verfehlt

00:31:19: sie unser

00:31:20: Schmerz.

00:31:41: Muss jeder dann alleine gehen?

00:31:46: Wir blicken dazu!

00:31:50: Ach, wie schön ist es wenn alle kommen Wenn sie kommen, kommen, kommen.

00:31:57: Dann freuen wir uns so sehr Ganz still und leise

00:32:02: in

00:32:02: uns.

00:32:04: Doch alle, die da kommen müssen wiedergehen.

00:32:11: Sie gehen, gehen, geben Schmerzen Noch so sehr, denn es sind keine Fantasien Die mehr vom Werden und Vergehen Wo wir heute gehen

00:32:26: oder stehen.

00:32:36: Ich

00:32:36: fühle ich's vergeben Seit der Wind lässt sie verwählen Sie sinken hinter das Verstehen.

00:32:48: Und nicht nur Kreuze sind die Grenzen

00:32:52: Nicht nur

00:32:53: Untergrenzen Ruht die Welt Wenn dann der Vorhang

00:32:59: fällt Das war's.

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